Wirtschaft

Abhängig von Mehrwertsteuer Gasumlage könnte Inflation auf zehn Prozent treiben

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Die Obdachlosenhilfe Fiftyfifty demonstriert in der Düsselfdorfer Innenstadt gegen die Teuerung.

(Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer)

Um Insolvenzen wegen der gestiegenen Gaspreise zu verhindern, dürfen Firmen ab Oktober die Kosten auf ihre Kunden umlegen. Konjunkturexperten gehen davon aus, dass damit die Inflation auf bis zu zehn Prozent steigen könnte. Gleichzeitig fallen Entlastungen wie der Tankrabatt weg.

Die ab Oktober von Privathaushalten und Unternehmen zu zahlende Gasumlage könnte die Teuerungsrate in Deutschland einer Studie zufolge auf mehr als zehn Prozent erhöhen. Das "Handelsblatt" zitiert Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, denen zufolge die Gasumlage die Inflation um bis zu zwei Prozentpunkte zusätzlich steigen lassen könnte.

Das Unternehmen Trading Hub Europe (THE) gibt die Höhe der Gasumlage am Montag bekannt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Größenordnung von 1,5 Cent bis fünf Cent genannt. Auf einen Familienhaushalt kommen damit zusätzlich zu den gestiegenen Gaspreisen Mehrkosten von mehreren Hundert Euro zu.

Laut der IMK-Studie hängen die Auswirkungen der Umlage auf die Inflation maßgeblich davon ab, ob Mehrwertsteuer auf sie erhoben wird. Sollte das der Fall sein, würde die Inflationsrate laut den vom "Handelsblatt" zitierten IMK-Zahlen um 0,6 bis zwei Prozentpunkte höher ausfallen. Ohne Steuer betrüge der Inflationseffekt demnach 0,5 bis 1,7 Prozentpunkte.

Firmenpleiten verhindern

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In Deutschland hatte sich die Inflation zuletzt auf 7,5 Prozent im Vorjahresvergleich abgeschwächt. IMK-Direktor Sebastian Dullien sagte dem "Handelsblatt" allerdings, nach dem Auslaufen des Tankrabatts und des 9-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr werde die Teuerungsrate "wieder nach oben springen".

Die Gasumlage soll Unternehmen entlasten, die wegen der gedrosselten Lieferungen aus Russland anderswo für viel Geld Gas einkaufen müssen, um ihre Verträge zu erfüllen. Ihre Mehrkosten dürfen sie aktuell nicht weiterreichen. Ab Oktober soll die Umlage 90 Prozent ihrer Mehrkosten ausgleichen. Damit sollen Firmenpleiten und letztlich Lieferausfälle verhindert werden.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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