Wirtschaft
Für den Bau der Turkstream plant Gazprom mit 75.000 Rohren.
Für den Bau der Turkstream plant Gazprom mit 75.000 Rohren.(Foto: turkstream.info)
Montag, 08. Mai 2017

Neue Pipeline im Schwarzen Meer: Gazprom beginnt Turkstream-Bau

Mit einer neuen Pipeline durch die Türkei will Russland Gas nach Europa liefern - an der Ukraine vorbei. Eine diplomatische Krise bringt das Milliardenprojekt zwischenzeitlich ins Stocken, doch jetzt beginnen die Bauarbeiten.

Der russische Energiekonzern Gazprom hat nach eigenen Angaben mit dem Bau der Gaspipeline Turkstream begonnen. "Die Bauarbeiten der Turkstream-Pipeline haben im Schwarzen Meer nahe der russischen Küste begonnen", teilte Gazprom am Sonntag mit. Die Umsetzung des Projekts sei im Zeitrahmen. "Unsere türkischen und europäischen Kunden werden ab Ende 2019 eine verlässliche neue Route haben, russisches Gas zu importieren", erklärte Konzernchef Alexej Miller.

Ursprünglich sollte der Bau bereits Mitte 2015 beginnen. Der Abschuss eines russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze durch die Türkei löste allerdings eine schwere diplomatische Krise zwischen beiden Ländern aus, wodurch sich das Projekt verzögerte.

Mit der Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer in die Türkei und nach Europa transportiert werden. Die Pläne sehen vor, dass eine Leitung von der südrussischen Stadt Anapa unter dem Schwarzen Meer bis nach Kiyiköy im europäischen Teil der Türkei führt. Die Pipeline soll eine Kapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben und Gas an der Ukraine vorbei in Richtung Europa liefern. Viele Politiker in der EU fordern allerdings schon länger, dass die Union von russischem Gas unabhängiger werden müsse.

Quelle: n-tv.de