Wirtschaft

Niedrigstes Niveau seit 2008? Gazprom fördert weniger Gas

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Auch in Gazproms Bilanzen macht sich bemerkbar, dass weniger Gas durch Nord Stream 1 fließt.

(Foto: picture alliance /)

Auch China kann Nord Stream 1 nicht ersetzen: Bisher hat Gazprom in diesem Jahr etwa 12 Prozent weniger Gas exportiert als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Bei der Förderung errechnen US-Analysten für den abgelaufenen Juli einen besonders niedrigen Wert.

Vor dem Hintergrund reduzierter Liefermengen nach Europa hat der russische Energieriese Gazprom die Gasexporte nach China in den ersten sieben Monaten 2022 um knapp 61 Prozent erhöht - musste aber trotzdem seine Förderung senken. "Gazprom hat vorläufigen Angaben nach 262,4 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert, was 12 Prozent (35,8 Milliarden Kubikmeter) weniger sind als im Vorjahr", teilte das Unternehmen auf seinem Telegram-Kanal mit.

Während der Binnenkonsum von Januar bis Juli mit Minus zwei Prozent relativ stabil blieb, ist laut Gazprom vor allem die Nachfrage aus dem Ausland stark rückläufig. Der Konzern beziffert das Minus auf mehr als ein Drittel (34,7 Prozent). Das sind rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas, die Gazprom weniger im Ausland verkauft hat. Dies hat in erster Linie mit den Lieferkürzungen nach Europa zu tun, wo Moskau unter anderem die Gasexporte über die Ostseepipeline Nord Stream 1 zurückgefahren hat.

Die tägliche Fördermenge sei im vergangenen Juli auf den tiefsten Stand seit mindestens 2008 gesunken, berichtet die US-Finanzagentur "Bloomberg" nach Berechnungen auf Basis der von Gazprom veröffentlichten Zahlen. Demnach habe der Gasriese im vergangenen Monat durchschnittlich 774 Millionen Kubikmeter pro Tag gefördert, was einem Rückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vormonat Juni entspreche.

Für den russischen Staatskonzern entwickelten sich einzig die Ausfuhren nach China positiv - über die Pipeline "Kraft Sibiriens". Allerdings ist der Umfang der russischen Gaslieferungen nach China nicht mit dem europäischen Markt zu vergleichen. So hat Gazprom im Gesamtjahr 2021 über die "Kraft Sibiriens" lediglich 10,39 Milliarden Kubikmeter Gas exportiert. Im selben Zeitraum wurden in Richtung Europa und Türkei rund 180 Milliarden Kubikmeter gepumpt.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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