Wirtschaft

Lieferungen nach Europa Gazprom pumpt mehr Gas durch Ukraine

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Russland will die Ukraine langfristig als Transitland für Gaslieferungen umgehen.

(Foto: picture alliance / AP Photo)

Noch ist Nord Stream 2 nicht fertig, doch die russischen Gaslieferungen über die Ukraine gehen bereits zurück. Nach einem kalten Winter will Gazprom im März jedoch wieder mehr Gas nach Europa pumpen. Denn die deutschen Speicher sind derzeit nur noch zu 34 Prozent gefüllt.

Angesichts sich leerender Speicher in Deutschland will der russische Energiekonzern Gazprom mehr Gas durch die Ukraine in Richtung Europa pumpen. Für März ist demnach ein Volumen von täglich 124,2 Millionen Kubikmetern geplant. Das geht aus den Daten einer Auktion für die monatlichen Transportkapazitäten hervor, wie die Agentur Interfax in Moskau meldete. Ursprünglich waren 110 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag geplant. Für den laufenden Monat Februar hatte der russische Gasgigant ebenfalls 124,2 Millionen Kubikmeter pro Tag gebucht. Das ist allerdings weniger als noch vor einem Jahr.

Hintergrund ist, dass Russland die Ukraine als Transitland umgehen will. 2019 war nach zähen Verhandlungen ein neuer Fünfjahresvertrag zustande gekommen. Demnach verpflichtet sich Gazprom, in diesem Jahr mindestens 40 Milliarden Kubikmeter seines Erdgases über die Ukraine in den Westen zu liefern. 2019 waren es noch 89,6 Milliarden. In Deutschland sind nach Daten des Verbands der Gaswirtschaft die Gasspeicher aktuell noch zu 34 Prozent gefüllt. Wegen des frostigen Wetters ist in diesem Winter deutlich mehr geheizt worden als noch vor einem Jahr.

Ungewöhnlich leer sind die Gasspeicher aus Sicht von Experten dennoch nicht: So lag der Füllstand im April 2018 nach einem besonders kalten Februar bei lediglich 14 Prozent. Die Ukraine meldete unterdessen Rekordvorräte in ihren Gasspeichern. Am Sonntag waren mit 19,6 Milliarden Kubikmetern etwa 3,2 Milliarden Kubikmeter mehr in den Speichern als noch vor einem Jahr. Die meisten Gasdepots liegen im Westteil des Landes an der Grenze zur EU.

Die Ukraine befürchtet, mit der Inbetriebnahme der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 als Transitland überflüssig zu werden. Das finanziell angeschlagene osteuropäische Land ist aber dringend auf die Gebühren angewiesen, die es von Russland für den Transport von Erdgas in die EU kassiert. Vor mehr als einer Woche hatte die Nord Stream 2 AG wieder mit dem Verlegen von Rohren bei Dänemark begonnen. Die USA wollen das deutsch-russische Projekt mit Sanktionen noch auf den letzten Metern stoppen.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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