Wirtschaft

"Nicht kompromissfähig" Geldtransporter-Fahrer streiken weiter

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Punktuell konnte es vorkommen, dass sich die Belieferung von Bargeld an Geldautomaten verzögerte.

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Das Angebot der Arbeitgeber für rund 12.000 Beschäftigte in der Geld- und Wertdienst-Branche lässt Verdi kalt. Doch auch der Branchenverband zeigt sich unnachgiebig - eine Nachbesserung der Offerte ist ausgeschlossen. Droht nun doch ein Bargeld-Engpass?

Viele Geldautomaten und Geschäfte in Deutschland werden voraussichtlich auch am Donnerstag nicht mit Bargeld versorgt. Nach einem bundesweiten Warnstreik von Geldtransporter-Fahrern hat die Gewerkschaft Verdi erneut dazu aufgerufen, die Arbeit befristet niederzulegen. Für Verbraucher hatten die Ausstände bislang kaum Folgen, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) mit.

Punktuell konnte es demnach aber vorkommen, dass sich die Belieferung von Bargeld an Geldautomaten verzögerte. Aber der BDGW betonte: "Entgegen den Behauptungen der Gewerkschaft wird Bargeld nicht knapp."

Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeberseite im Tarifstreit um höhere Löhne für rund 12.000 Beschäftigte in der Geld- und Wertdienst-Branche erhöhen. Die fünfte Tarifrunde ist am Donnerstag in Berlin (11 Uhr) geplant. Zuvor will Verdi vor dem Tagungsort eine Kundgebung (10.30 Uhr) abhalten.

Arbeitgeber warnen vor höheren Gebühren

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. "Auch dieser Streik macht die Forderungen von bis zu über 40 Prozent nicht umsetzbarer", sagte BDGW-Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Der Verband werde "diesen Wunschvorstellungen nicht nachkommen". "Jede Lohnerhöhung in unserer Branche wird letztlich in den Gebühren an die Verbraucher weiter berechnet", warnte er. Olschok forderte Verdi zu "realistischen Vorstellungen" auf. "Wir sollten nicht länger an dem Ast sägen, auf dem wir gemeinsam sitzen", sagte er.

Die Arbeitgeberseite geht mit ihrem jüngsten Angebot in die Verhandlungen. Es sieht unter anderem für den Bereich Geld- und Werttransport eine Erhöhung des Stundenlohns rückwirkend zum 1. Januar um 40 Cent vor und nochmals zum 1. Januar 2020 um 50 beziehungsweise 40 Cent je nach Region. "Wir haben uns in den Verhandlungen kompromissbereit gezeigt, aber solche Vorschläge sind nicht kompromissfähig", sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Er lobte, der Streik am Mittwoch sei ein "starkes Signal an die Arbeitgeber" gewesen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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