Wirtschaft

Lukrative Musikrechte Gema erreicht die Milliardenschwelle

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Öffentliche Musikvorführung? Die Gema kassiert im Auftrag der Urheber.

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

Der überraschend beigelegte Rechtsstreit mit Youtube spült Komponisten, Textdichtern und Verlegern zusätzliche Einnahmen in die Taschen: Ein Teil des Geldes bekommt die Gema mittlerweile auch durch den Boom der Tablets und Smartphones.

Die Musikverwertungsgesellschaft Gema hat 2016 erstmals mehr als eine Milliarde Euro eingenommen. Die Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um gut 130 Millionen Euro, wie die Gesellschaft mitteilte. Ein wichtiger Sondereffekt war die Beilegung eines langjährigen Rechtsstreits mit dem Videoportal Youtube.

Die Google-Tochter hat Gema-Gebühren für die Jahre 2009 bis 2016 nachgezahlt. Die Einnahmen aus der Online-Musiknutzung verdoppelten sich deswegen von 40 Millionen auf knapp 82 Millionen Euro. Rund 80 Millionen Euro mehr Geld bekam die Gema von den Verbänden der Geräteindustrie für Smartphones und Tablets.

Zuvor hatte Gema sieben Jahre lang mit Youtube vor Gericht gestritten. Erst im vergangenen November konnte eine außergerichtliche Einigung verkündet werden. Seitdem sind viele Musikvideos auf Youtube zu sehen, die vorher für Nutzer in Deutschland gesperrt waren.

Millionen für Musiker und Verleger

Der Großteil der Gema-Einnahmen wird an die Inhaber der Urheberrechte ausgezahlt. Ausgeschüttet wurden zuletzt insgesamt 866 Millionen Euro. Der Rest geht in Verwaltung und Betrieb der Gesellschaft.

Die Abkürzung "Gema" leitet sich vom vollen Namen der "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte" ab. Die Gema ist eigenen Angaben zufolge eine Verwertungsgesellschaft, die "eine treuhänderische Vermittlerrolle" ausübt.

"Sie nimmt die Urheberrechte wahr, die ihre Mitglieder ihr übertragen haben und stellt sie dem Musiknutzer gegen eine Vergütung zur Verfügung", heißt es einer Selbstdarstellung der Gesellschaft. Zu den Gema-Mitgliedern zählen zum Beispiel Komponisten, Textdichter und Musikverleger.

Vergütung für "geistiges Eigentum"

Bezahlen müssen alle, die ein urheberrechtlich geschütztes Werk nutzen oder öffentlich aufführen wollen. Die Höhe der Vergütung orientiert sich an der Art der Nutzung: Die Aufführung von Live-Musik rechnet die Gema zum Beispiel anders ab als das Verleihen von Tonträgern oder den Einsatz von Melodien für Klingeltöne oder in Warteschleifen.

Als staatlich anerkannte Treuhänderin verwaltet die Gema die Rechte von mehr als 65.000 Mitgliedern sowie über zwei Millionen "ausländischen Berechtigten", also etwa US-Musikern, die von dem starken deutschen Urheberrecht profitieren wollen. Die Gema sorge dafür, heißt es, "dass das geistige Eigentum von Musikschaffenden geschützt und sie für die Nutzung ihrer Werke angemessen entlohnt werden". Aufsichtsbehörden der Gema sind das Patent- und Markenamt sowie das Bundeskartellamt.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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