Wirtschaft

Unterschied liegt bei 16 Prozent Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bleibt

26.02.2026, 16:48 Uhr
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Geringere Stundenlöhne und kürzere Arbeitszeiten von Frauen sind Hauptursachen für die bestehenden Unterschiede bei der Entlohnung.

An den unterschiedlichen Einkommen, die Männer und Frauen in Deutschland kassieren, hat sich 2025 nichts getan. Im Schnitt verdienen Frauen 16 Prozent weniger. Das sind rund vier Euro pro Stunde. Damit bleibt der Gender Pay Gap unverändert.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr nicht weiter geschlossen. Weiterhin verdienen Frauen pro Stunde rund 16 Prozent weniger als Männer, teilte das Statistische Bundesamt mit. Anlass für die Veröffentlichung ist der Equal Pay Day am morgigen Freitag. Rechnerisch arbeiten Frauen vom Jahresbeginn bis zu diesem Datum theoretisch ohne Lohn, während Männer ab dem ersten Tag des Jahres bezahlt werden.

An den 16 Prozent Lohnunterschied sind auch unterschiedliche Arbeitszeiten schuld. Frauen arbeiten vermehrt in Teilzeit. Sie kommen pro Woche auf knapp 28 Stunden - deutlich weniger als Männer mit gut 34 Stunden. "Die geringere Zahl an Erwerbsstunden ist jedoch nicht Ergebnis einer individuellen Life-Style-Entscheidung, sondern einer ungleichen Verteilung der Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen", erklärte Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. "Frauen bringen täglich eine Stunde und 19 Minuten mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer." Knapp 74 Prozent aller Frauen gingen 2024 einer bezahlten Arbeit nach, bei den Männern waren es rund 81 Prozent.

Männer verdienten im Jahr 2025 durchschnittlich 27,05 Euro in der Stunde und damit 4,24 Euro mehr als die Frauen. Knapp zwei Drittel dieses Lohnunterschieds erklärt das Statistikamt mit höheren Teilzeitquoten bei den Frauen. Außerdem seien Berufe, die öfter von Frauen ausgeübt würden, meist schlechter bezahlt.

Wird der Faktor ausgeklammert, dass Frauen und Männer in unterschiedlichen Branchen unterschiedlich oft vertreten sind, bleibt eine Lücke von 1,71 Euro oder rund 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns. "Diese Zahl zeigt, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt bei der Entlohnung immer noch diskriminiert werden", kritisierte Kohlrausch. Hier sollte ein rasches Umsetzen einer EU-Richtlinie zu "mehr Transparenz über Entgeltstrukturen und bessere Rechtsdurchsetzung bei Lohndiskriminierung führen".

Quelle: ntv.de, lol/dpa/rts

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