Wirtschaft
Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender im Bochumer Opel-Werk, an der Schranke von Tor 1.
Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender im Bochumer Opel-Werk, an der Schranke von Tor 1.(Foto: dpa)
Dienstag, 30. September 2014

Aus für Bochumer Opel-Werk: Gericht entscheidet erst im Dezember

Sind jetzt alle Träume der Bochumer Opelaner zerplatzt? Erst im Dezember will ein Gericht über die Produktions-Verlagerung beim Modell Zafira befinden. Der Entscheid könnte für die Beschäftigten allerdings zu spät kommen.

Im Streit zwischen dem Betriebsrat des Bochumer Werkes und dem Autobauer Opel um die Produktions-Verlagerung beim Modell Zafira kommt der Gerichtsentscheid für die Belegschaft im Ruhrgebiet vermutlich zu spät. Nach der Zeugenanhörung im Landgericht Darmstadt setzte der Vorsitzende Richter Werner Schäfer den Entscheidungstermin auf den 12. Dezember. Das ist genau der Tag, an dem in Bochum nach derzeitiger Planung das letzte Auto vom Band rollen soll.

Noch im Mai hatte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel gehofft, das Werk mit seiner Klage retten zu können. Seinerzeit war der Versuch gescheitert, den Streit gütlich beizulegen.

Einenkel wirft der Adam Opel AG - eine Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) - vor, den Aufsichtsrat nicht korrekt über den Plan informiert zu haben, den Familienwagen Zafira von 2015 an im Stammwerk Rüsselsheim statt im Ruhrgebiet fertigen zu lassen. Dieser Beschluss besiegelte das Ende der Autofertigung in Bochum.

Die Bochumer Opelaner hatten dem Sanierungsplan des Managements ihre Zustimmung verweigert. Als einzige Belegschaft in Deutschland stimmten sie mehrheitlich gegen einen mit der IG Metall ausgehandelten Tarifvertrag. Im Gegenzug für Zugeständnisse der Beschäftigten hatte Opel angeboten, die Fahrzeugfertigung erst Ende 2016 zu schließen. Dies lehnte der Betriebsrat ab und hoffte, so einen Verzicht auf die Schließung zu erreichen.

Die Konzernspitze in Detroit ließ sich jedoch nicht erweichen. Die Schließung der traditionsreichen Bochumer Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft bis Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu bringen.

Quelle: n-tv.de