Örsted-Projekt wird weitergebautGericht kassiert Windpark-Stopp von Trump-Regierung

Mit teilweise fadenscheinigen Argumenten macht die Regierung von US-Präsident Trump gegen Windkraft mobil, viele große Projekte werden gestoppt. Nun erleidet das Weiße Haus vor Gericht eine Niederlage.
Ein US-Bundesrichter hat in einer einstweiligen Verfügung den Stopp eines Windparkprojekts des dänischen Windenergiekonzerns Örsted und des US-Fonds Global Infrastructure Partners vor der US-Ostküste ausgesetzt. Das Projekt Revolution Wind werde in dem Rechtsstreit vermutlich Erfolg haben, hieß es in der Anordnung von Bundesrichter Royce Lamberth. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten alle größeren Offshore-Windprojekte vor den Küsten der USA vorerst gestoppt, woraufhin Örsted Klage eingereicht hatte.
Lamberth führte aus, dass Revolution Wind ohne eine einstweilige Verfügung "irreparablen Schaden" erleiden würde und der Antrag des Unternehmens "im öffentlichen Interesse" liege. Die Anordnung Lamberths ermögliche die "sofortige Wiederaufnahme der betroffenen Aktivitäten" von Revolution Wind, hieß es auf der Website des Projekts. Die Bauarbeiten würden "so bald wie möglich wieder aufgenommen werden", hieß es weiter, "um den Nordosten mit erschwinglicher, zuverlässiger Energie zu versorgen."
Das US-Innenministerium hatte den vorläufigen Stopp mit "nationalen Sicherheitsrisiken" begründet. Minister Doug Burgum erklärte, Windräder könnten Radar- und Navigationsanlagen stören, zudem seien Windparks "teuer, unzuverlässig und stark subventioniert". Die Maßnahme betrifft insgesamt fünf Anlagen vor der US-Ostküste, die sich im Bau befinden.
Windpark ist fast fertig
Revolution Wind ist schon zu fast 90 Prozent fertig - sie sollte schon Anfang des Jahres Strom für mehr als 350.000 Haushalte liefern. Örsted zufolge hatte das Projekt im Jahr 2023 nach eingehenden Prüfungen alle erforderlichen bundes- und einzelstaatlichen Genehmigungen erhalten. Örsted hatte schon im August vergangenen Jahres gegen einen vorläufigen Stopp des Windparks geklagt und im September Recht bekommen.
Trump ist ein erklärter Windkraft-Gegner. Er hatte bereits am Tag seines erneuten Amtsantritts am 20. Januar 2025 ein Dekret gegen den Ausbau der Windenergie unterzeichnet. In den vergangenen Monaten bezeichnete er Windanlagen als "Betrug" und behauptete, sie trieben "Wale in den Wahnsinn".