Wirtschaft

Falschgeld statt Millionenkredit Gericht verurteilt Unister-Betrüger

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Seinem Verteidiger zufolge, ahnte der Angeklagte nichts von dem geplanten Betrug an Unister-Chef Wagner.

(Foto: dpa)

Kurz vor seinem tragischen Tod wird der Chef des Internet-Konzerns Unister in Italien um 1,5 Millionen Euro betrogen. Das Landgericht Leipzig verurteilt den Vermittler des angeblichen Kreditdeals nun zu drei Jahren und zehn Monaten Haft.

Im Prozess um den Betrug an Unister-Gründer Thomas Wagner ist der angeklagte Vermittler des sogenannten Rip-Deals zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Leipziger Landgericht sprach den 69-Jährigen aus Unna des vorsätzlichen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert.

Der Verurteilte hatte das betrügerische Geschäft mit Wagner und in einem zweiten Fall mit einer Architektin aus Nordrhein-Westfalen sowie einem angeblichen israelischen Diamantenhändler eingefädelt. Laut Anklage steckte Unister in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Wagner reiste demnach im Juli 2016 nach Venedig und übergab 1,5 Millionen Euro an den angeblichen Israeli. Im Gegenzug sollte er 15 Millionen Euro Kredit erhalten, bekam aber Falschgeld angedreht. Wagner zeigte den Betrug noch in Italien an.

Der Unister-Gründer stürzte auf der Rückreise aus Italien im vergangenen Sommer mit einem Kleinflugzeug ab und kam ums Leben. Das Internet-Unternehmen Unister meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Der Verteidiger des Angeklagten aus Nordrhein-Westfalen hielt dem Anklage-Plädoyer entgegen, die Beweisaufnahme habe nicht ergeben, dass sein Mandant von den "betrügerischen Machenschaften" gewusst habe. Er forderte zu berücksichtigen, dass der Mann nicht vorbestraft sei.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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