Wirtschaft

Lufthansa nennt formale Gründe Germanwings-Piloten "technisch gekündigt"

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Die Germanwings-Piloten sollen in eine Zwischengesellschaft wechseln.

(Foto: picture alliance / Marius Becker)

Der nächste Schlag für die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings, deren Betrieb schon zu Beginn der Corona-Pandemie eingestellt wurde: Nun flattert ihnen die Kündigung ins Haus. Die Lufthansa verweist auf formale Gründe, die Gewerkschaft ist empört.

Der Lufthansa-Konzern will rund 280 Piloten und Pilotinnen der eingestellten Tochter Germanwings in eine Zwischengesellschaft schicken. Aus formalen Gründen wurden in dieser Woche betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, bestätigte eine Unternehmenssprecherin. Gleichzeitig hätten die Beschäftigten aber ein Angebot erhalten, zu vergleichbaren Bedingungen in die neue Cockpitpersonal GmbH einzutreten. Die Verhandlungen über eine endgültige Verwendung der Kapitäne und Co-Piloten innerhalb des Lufthansa-Konzerns sollen mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit fortgeführt werden, erklärte Lufthansa.

Die Vereinigung Cockpit bezeichnete die "technischen Kündigungen" als "unnötig". Sie stellten eine Zumutung für die Piloten und ihre Familien dar. Man sei aber weiterhin in Gesprächen über eine Lösung, deren rechtliche Ausgestaltung wie auch die betriebliche Umsetzung komplex sei.

Lufthansa hatte den Betrieb der Tochter Germanwings bereits zu Beginn der Corona-Krise im April 2020 eingestellt. Für einen Sozialplan stellte das Unternehmen kein Geld zur Verfügung. Für die rund 5000 Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo waren bis Ende März Vereinbarungen zu Kurzarbeit und Sanierungsbeiträgen geschlossen worden. Zuvor hatte der Konzern erklärt, trotz eines Personalüberhangs auf die zunächst angekündigte Entlassung von bis zu 1100 Beschäftigten zu verzichten. Dies setzte aber Vereinbarungen über die Piloten der Germanwings sowie der Lufthansa Cargo voraus, die auch über allgemeine Kosteneinsparungen in den Cockpits zu erreichen wären.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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