Wirtschaft

200-Tage-Linie gerissen Gerresheimer-Aktien sacken ab

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Es läuft nicht alles rund bei Gerresheimer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer führt die Verliererliste im MDax an. Der Kurs rutscht nach Veröffentlichung der Quartalszahlen ab. Ein Grund ist der Ausblick. Charttechnisch wird's brenzlig.

Die Aktien von Gerresheimer sind am Donnerstag zunehmend unter Verkaufsdruck geraten. Die Titel gaben in der Spitze mehr als 6 Prozent ab. Sie waren damit in einem leicht schwachen Marktumfeld der größte Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Am Nachmittag betrug der Abschlag noch 5,5 Prozent auf 70,70 Euro.

Der Pharmaverpackungsspezialist hatte seine Geschäftszahlen veröffentlicht. Gerresheimer war diesen zufolge verhalten ins Jahr gestartet. Weil im Bereich der medizinischen Systeme wie Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen oder Asthma-Inhalatoren mit Entwicklungsleistungen und Werkzeugen weniger Umsätze als im Vorjahr gemacht wurden, ermäßigte sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 der Konzernumsatz um 5,4 Prozent auf 302,8 Millionen Euro.

Ergebnisrückgang

Die Düsseldorfer verwiesen aber darauf, dass temporäre Schwankungen im Jahresverlauf hier üblich seien und im Wesentlichen auf die Abrechnung von größeren Kundenprojekten zurückgehen. Daneben habe es erwartungsgemäß eine geringere Nachfrage bei einigen Pharmakunden gegeben, bei denen Gerresheimer Alleinlieferant sei.

Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) sank im Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis zum 28. Februar 2017 auf 59,9 von zuvor 63,5 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag es bei 59,8 Millionen Euro.

Umsatzerwartung am unteren Ende der Spanne

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet Gerresheimer einen währungsbereinigten Konzernumsatz jetzt zunächst am unteren Ende der Bandbreite von rund 1,405 bis 1,455 Milliarden Euro nach einem Vorjahreswert von 1,38 Milliarden Euro. Für das  Adjusted EBITDA rechnet der MDAX-Konzern mit einem Anstieg auf rund 320 Millionen Euro (plus/minus 10 Millionen Euro).

Wegen des Kursrutsches verwies ein Händler aber auch auf den Fall unter die 200-Tagelinie bei 72,63 Euro. Das sei ein gefundenes Fressen für so genannte Algos und erhöhe den Abgabedruck nochmals. Das Tagestief markierten die Aktien nahe der 71-Euro-Marke. Am Mittag notierten die Titel wieder bei 70,70 Euro - und damit knapp über der 200-Tage-Linie.

Quelle: ntv.de, bad/DJ