Wirtschaft

"Dachte, es war umsonst" Ghosn will Hochzeitskosten übernehmen

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Ghosns Fest wurde im Stil von Marie Antoinette gefeiert.

Hat Carlos Ghosn Firmengelder von Renault veruntreut? Auch mit diesem Vorwurf sieht sich der Automanager nun konfrontiert. Denn seine pompöse Hochzeitsparty auf Schloss Versailles zahlte er nicht selber, sondern sein ehemaliger Arbeitgeber. Ghosn will davon nichts gewusst haben.

Der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn will die Kosten für seine pompöse Hochzeit auf Schloss Versailles doch noch übernehmen. Ghosn "steht bereit", die 50.000 Euro zu bezahlen, sagte sein französischer Anwalt Jean-Yves Le Borgne. Seinem Mandanten sei allerdings nicht bewusst gewesen, dass er für die Feier Geld schulde, denn es habe keine Rechnung gegeben. "Er dachte, es war umsonst."

Renault hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Dokumente zu den Vorgängen rund um die Hochzeit an die französische Justiz übergeben worden seien. Der Konzern hatte im Juni 2016 einen Sponsorenvertrag mit der Betreibergesellschaft von Schloss Versailles bei Paris abgeschlossen. Die Vereinbarung über 2,3 Millionen Euro verschaffte Renault Zugang zum Schloss und weitere Dienstleistungen.

Im Oktober 2016 feierte Ghosn im Lustschloss Grand Trianon im Park von Versailles mit großem Pomp die Hochzeit mit seiner zweiten Frau Carole. Das Fest wurde im Stil der früheren Marie Antoinette organisiert; Künstler traten in entsprechenden Kostümen auf. Dass Ghosn dem Schlossbetreiber dafür nichts zahlen musste, könnte ihm den Vorwurf der Veruntreuung von Firmengeldern sowie der Steuerhinterziehung einbringen, falls die französischen Behörden nicht über den Deal informiert wurden.

Ghosn war am 19. November in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei dem Autohersteller Nissan deklariert, der mit Renault eine Allianz unterhält. Der frühere Manager soll auch persönliche Verluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe. Als Renault-Chef trat er im Januar zurück.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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