Wirtschaft

Arbeit an der Bilanz Glencore verkauft Minenanteil

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Der Kupferpreis steht unter Druck.

picture alliance / dpa

Glencore leidet unter dem Verfall der Kupfer- und Kohlepreise. Deshalb wird der Rohstoffriese in Australien aktiv und verkleinert seinen Anteil an der australischen Mine Ernest Henry.

Der Rohstoffkonzern Glencore arbeitet mit einem Anteilsverkauf weiter an der Stärkung seiner Bilanz. Das Unternehmen verkauft einen Anteil von 30 Prozent an der australischen Mine Ernest Henry für 880 Millionen australische Dollar, umgerechnet knapp 600 Millionen Euro. Der Deal gewährt dem Käufer, der australischen Evolution Mining, die Rechte an der kompletten künftigen Goldförderung der Mine und an Teilen der Silber- und Kupferproduktion.

Glencore Xstrata
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Der Verkauf ist Teil des Plans von Glencore, seine Bilanz weiter zu stärken. Glencore leidet unter dem Verfall der Preise auf seinen wichtigsten Märkten wie zum Beispiel Kohle und Kupfer.

Die fallenden Preise zwangen Glencore-Chef Ivan Glasenberg, der den Konzern mithilfe milliardenschwerer Deals von einem Rohstoffhandelshaus zu einem der größten Bergbauunternehmen der Welt ausgebaut hat, zur Kehrtwende. Er strich die Dividende, führte eine Kapitalerhöhung durch und erklärte sich bereit, Aktiva zu verkaufen, um den Schuldenberg zu senken.

Zuletzt wurden zum Beispiel Teile des Agrargeschäfts und ein Goldvorkommen in Kasachstan verkauft. Ende 2015 betrug die Nettoverschuldung des Konzerns mit Sitz in der Schweiz noch 25,9 Milliarden US-Dollar nach 29,6 Milliarden Dollar zur Mitte des vergangenen Jahres. Der Konzern will seine Verschuldung bis Ende des Jahres auf 17 bis 18 Milliarden Dollar reduzieren.

Mit dem jüngsten Deal erhält Evolution die Rechte an 30 Prozent der künftigen Kupfer- und Silberproduktion und 100 Prozent der Goldförderung in einem vereinbarten Bereich rund um die Mine bis 2027, wie die Konzerne in separaten Mitteilungen verlautbarten. Die Mine Ernest Henry im australischen Bundesstaat Queensland produziert pro Jahr rund 80.000 Feinunzen Gold und 60.000 Tonnen Kupfer.

Der nach Marktwert drittgrößte Bergbaukonzern der Welt verbuchte im ersten Halbjahr einen Verlust von 369 Millionen US-Dollar nach einem Fehlbetrag von 676 Millionen Dollar in der Vorjahresperiode. Der Umsatz sackte wegen der niedrigen Rohstoffpreise und der geringeren Förderung von Kupfer, Zink, Kohle und Öl um 6 Prozent auf 69,4 Milliarden Dollar ab.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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