Wirtschaft

Flaute im M&A-Geschäft Goldman und Morgan Stanley bricht der Gewinn ein

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Goldman Sachs verdiente im Abschlussquartal rund zwei Drittel weniger.

(Foto: picture alliance / dpa)

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Unter dem Strich stehen Milliarden, doch der Gewinn ist bei den beiden Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley teils drastisch gesunken. Beide Geldhäuser sparen bei der Belegschaft und streichen Hunderte Stellen. Wie bereits die Konkurrenz berichtet hatte, werden erste Konjunktureintrübungen spürbar.

Die Flaute im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) hat den Gewinn der US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley im vierten Quartal einbrechen lassen. Der Überschuss von Goldman Sachs fiel auf Jahressicht um mehr als zwei Drittel auf knapp 1,2 Milliarden Dollar, das Ergebnis von Morgan Stanley schrumpfte um mehr als 40 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Dollar, wie die Geldhäuser mitteilten. An der Wall Street gab Goldman-Aktie nach. Die Morgan-Stanley-Papier legten derweil zu, da die Anleger Schlimmeres befürchtet hatten.

"Die Ergebnisse von Goldman Sachs im vierten Quartal waren miserabler als gedacht", bilanzierte der Chef des Vermögensberaters Opimas, Octavio Marenzi. Dem Institut machte nicht nur der Einbruch im M&A-Geschäft zu schaffen, sondern auch die vor einigen Jahren gestartete Expansion in das Privatkundengeschäft. Im Bereich Plattformlösungen, in dem die Geschäfte mit Transaktionen, Kreditkarten und Finanztechnologie angesiedelt sind, fiel im vierten Quartal ein Vorsteuerverlust von 778 Millionen Dollar an.

Goldman Sachs streicht als Reaktion sechs Prozent der Stellen, wie Bankchef David Solomon frühere Informationen von Insidern bestätigte. Solomon bezeichnete den Ausblick für das laufende Jahr als "ungewiss". Goldman-Finanzchef Denis Coleman sieht erste Zeichen der Verschlechterung bei den Verbraucherkrediten.

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Auch Morgan Stanley hatte Anfang Dezember 2022 in Folge der Flaute im Investmentbanking nach Angaben eines Insiders rund 1600 Stellen gestrichen. Nach dem Abbau von rund zwei Prozent der Stellen Ende vergangenen Jahr fühle man sich jetzt mit der Zahl der Arbeitsplätze wohl, sagte Finanzchefin Sharon Yeshaya. Die Bank habe genügend überschüssiges Kapital und halte an der Strategie fest, etwa über Aktienrückkäufe Geld an die Aktionäre zurückzugeben. Morgan Stanley wolle künftig mehr auf das Geschäft mit der Vermögensverwaltung setzen, sagte Bankchef James Gorman.

Die Berichtssaison der großen US-Banken hat durchwachsene Ergebnisse gezeigt. Während einerseits steigende Risikovorsorgen für möglichen Kreditausfälle und ein schwächelndes M&A-Geschäft die Ergebnisse belasteten, profitierten die Geldhäuser andererseits von höheren Zinseinnahmen. Branchenprimus JP Morgan konnte den Gewinn trotz der schwachen Konjunktur um sechs Prozent auf elf Milliarden Dollar steigern, die Bank of America um zwei Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar. Bei der Citigroup fiel das Ergebnis dagegen um ein Fünftel auf 2,5 Milliarden Dollar, bei Wells Fargo sorgte eine Milliardenbuße für einen Gewinneinbruch um 50 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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