Wirtschaft

In Euro so hoch wie noch nie Goldpreis geht durch die Decke

RTX1WY8L.jpg

Gold wirft keine Zinsen ab, gilt aber als "sicherer Hafen"

(Foto: REUTERS)

Der Goldpreis baut seine Gewinne aus. Ein Ende des Anstiegs scheint derzeit nicht in Sicht. Denn die Notenbanken pumpen weiter viel Geld ins Finanzsystem, um die Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen.

Der Goldpreis setzt seinen Höhenflug fort. Die Feinunze kostet etwas mehr als 1727 US-Dollar und damit so viel wie seit Ende 2012 nicht mehr. Das sind rund 1580 Euro - das ist der höchste Preis, den Gold in der Gemeinschaftswährung gerechnet jemals erreicht hat.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.775,58

Als ein wesentlicher Grund für den Preisanstieg gilt der Ruf von Gold als sicherer Hafen während turbulenter Zeiten. "Die Verunsicherung der Investoren ist weiterhin groß", sagt Edelmetallhändler Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus. Noch seien die Auswirkungen der Corona-Krise für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abzuschätzen und die Nachfrage nach Gold sei weiterhin vergleichsweise hoch.

Korrektur möglich

Die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise wird als weiterer Grund genannt. Mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Wertpapierkäufen versuchen unter anderem die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank den Einbruch der Konjunktur abzufedern.

Das drückt tendenziell die Zinsen etwa von Staatspapieren - und damit werden zinslose Geldanlagen wie Gold attraktiver. Zuletzt hatte die Federal Reserve am Donnerstag ein neues Kredithilfsprogramm für Unternehmen im Volumen von 2,3 Billionen Dollar aufgelegt.

Goldhändler Zumpfe sieht aber Risiken für die weitere Entwicklung am Goldmarkt: "Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage wird der Goldpreis auch zunehmend anfällig für vorübergehende Korrekturen."

Quelle: ntv.de, jga/dpa/DJ