Wirtschaft

Mehr Vertrieb und Werbung Grippostad-Hersteller schiebt Wachstum an

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Stada hatte im vergangenen Jahr deutlich mehr in der Kasse.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für das Pharmaunternehmen Stada lief das vergangene Jahr glänzend. Zudem ist der Chef bemüht, die nach der Übernahme durch Investoren aufgekommenen Kürzungsängste zu zerstreuen. Hunderte Mitarbeiter würden eingestellt. Doch andernorts wird gespart.

Der Arzneihersteller Stada will nach der Übernahme durch Finanzinvestoren in Verwaltung und Produktion Stellen streichen oder verlagern. "In der Zentrale in Bad Vilbel dürfte die Zahl der Jobs etwa gleich bleiben", sagte Chef Peter Goldschmidt. Zugleich aber soll in den Bereichen Marketing und Vertrieb deutlich aufgestockt werden. Unterdessen lief es im Tagesgeschäft rund: Der Gewinn stieg im vergangenen Jahr kräftig, wie Stada mitteilte.

Der Konzern sei bereit für Übernahmen und Kooperationen, sagte Goldschmidt. "Das können Medikamente sein oder auch ganze Firmen, solange sie in unsere Strategie passen." Die richtigen Zukäufe seien ein Mittel, um den Konzern mit gut 10.400 Mitarbeitern weltweit langfristig und nachhaltig wachsen zu lassen. "Unsere Investoren haben viel Vertrauen in Stada und sind bereit weiter zu investieren."

Das Unternehmen wolle dieses Jahr sowohl mit rezeptfreien Mitteln als auch mit Nachahmermedikamenten stärker wachsen als der Markt, der jährlich um etwa 3,5 Prozent zulege. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven hatten Stada im Sommer 2017 für 5,3 Milliarden Euro gekauft.

Goldschmidt sieht aber noch Arbeit vor sich. "Wir sind in vielen Märkten lokal stark, wollen aber Synergien heben, indem wir etwa Einkauf, Entwicklung und Produktion international stärker vernetzen", sagte der im September angetretene Manager. "Stada ist nicht global genug." Das bedeute aber nicht, dass man geographisch unbedingt expandieren wolle. "Unser Fokus bleibt bei rezeptfreien Arzneien, Nachahmermedikamenten inklusive Spezialpharmazeutika für Europa."

Gewinnsprung und Umsatzplus

2018 hat Stada dank einer kräftigen Nachfrage nach Arzneien gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe stand ein Plus von fünf Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Stada war aus einer Gemeinschaftsfirma in Vietnam ausgestiegen und baut dort nun einen großen Produktionsstandort auf.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) wuchs ferner um 16 Prozent auf 503,5 Millionen Euro. "Wir haben mehr rezeptfreie Arznei mit guter Marge verkauft wie zum Beispiel Grippostad in Deutschland", sagte Goldschmidt. Auch Zukäufe wie die Anti-Schuppen-Marke Nizoral und die Markteinführung des Krebsmedikaments Pemetrexed hätten zum Gewinnplus beigetragen. Stada habe unter den neuen Eignern keinesfalls einen Sparkurs eingeschlagen, sondern die Profitabilität gesteigert.

Unterm Strich schoss der Gewinn auf 307 Millionen Euro hoch, nach 85 Millionen Euro 2017. Damals hatten allerdings hohe Kosten für die Übernahme von 45 Millionen Euro das Ergebnis gedrückt. Auch wurden seinerzeit gut zehn Millionen Euro an Abfindungen für Vorstände fällig: Im Übernahmekampf um Stada gab es viele Querelen und Chefwechsel, Top-Manager gaben sich in Bad Vilbel die Klinke in die Hand.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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