Wirtschaft

"Aufräumen reicht nicht" Großaktionär fürchtet um Deutsche Bank

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Tritt das bislang Undenkbare ein?

(Foto: dpa)

Die Deutsche Bank befindet sich weiter in der Krise, 2017 schreibt sie rote Zahlen. Das ruft den Großaktionär Union Investment auf den Plan. Der Fondsgesellschaft zufolge muss der Dax-Konzern seine Kunden zurückgewinnen. Zudem müsse Bankchef Cryan bleiben.

Die Fondsgesellschaft Union Investment fürchtet die Zerschlagung der Deutschen Bank. "Falls in ein paar Jahren die Erträge noch immer nicht sprudeln, könnte auch das heute noch Undenkbare eintreten: die Zerschlagung der Bank und Verschmelzung mit anderen europäischen Großbanken", sagte Fondsmanager Ingo Speich der "Welt am Sonntag. Union Investment ist Großaktionär der Deutschen Bank.

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Die US-Amerikaner hätten der Deutschen Bank viele Geschäfte weggenommen. Er setze alle Hoffnungen darauf, dass das Frankfurter Geldhaus zumindest einen Teil der Marktanteile zurückgewinnt und das Ertragswachstum wieder anspringt. "Die Bank muss ihre Kunden zurückgewinnen, nur dann fließen wieder die Erträge und sie schafft es aus der Krise", sagte Speich weiter. Es reiche nicht, nur intern aufzuräumen und die Kosten zu senken. Dem amtierenden Konzernchef John Cryan stärkte Speich den Rücken: "Cryan muss bleiben, bis die Sanierung abgeschlossen ist", forderte er.

Boni trotz Verlusten  

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge will die Deutsche Bank für 2017 trotz roter Zahlen mehr als eine Milliarde Euro Boni zahlen. Im Vorstand des Geldhauses habe es darüber eine kontroverse Debatte gegeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen hochrangigen Banker. Am Ende hätten sich die Investmentbanker mit dem Argument durchgesetzt, dass bei erneuten Bonuskürzungen die besten Leute gegangen wären. Das Dax-Unternehmen ließ den Bericht unkommentiert.

Die Bonuszahlungen waren bei Deutschlands größtem Kreditinstitut von 2,4 Milliarden Euro 2015 auf 500 Millionen Euro im Jahr darauf zurückgegangen. Bankchef Cryan verteidigte zuletzt die stärkere Rückkehr zur variablen Vergütung, obwohl das Geldhaus zu Jahresanfang bekanntgegeben hatte, 2017 zum dritten Mal in Folge keinen Jahresgewinn verbucht zu haben. Die genaue Bilanz will die Deutsche Bank am kommenden Freitag vorlegen.

Einem Insider zufolge visiert das Geldinstitut für März oder April den Börsengang ihrer Vermögensverwaltung an. Der "FAS" zufolge soll das Börsendebüt vor Ostern über die Bühne gehen. Die milliardenschwere Aktienplatzierung ist ein zentraler Baustein in der Strategie Cryans, der den Konzern schlagkräftiger machen will.

Quelle: ntv.de, wne/rts