Wirtschaft

Streiks nicht vom Tisch Große Lufthansa-Schlichtung geplatzt

7f9eaee19ead7b228561044efeb57297.jpg

Die Gewerkschaft Ufo wollte sich Streiks bei den Lufthansa-Tochtergesellschaften offenhalten.

(Foto: dpa)

Letzte Woche sah es so aus, als kämen Reisende um Streiks bei der Lufthansa herum. Jetzt können sie sich nicht mehr so sicher sein. Vor der greifbaren umfassenden Schlichtung macht das Unternehmen einen Rückzieher.

Die in der vergangenen Woche vereinbarte umfassende Schlichtung für die Flugbegleiter der Lufthansa ist in letzter Minute geplatzt. Das Unternehmen hat am Dienstagabend seine Zustimmung zurückgezogen, weil sich zuvor die Gewerkschaft Ufo nicht eindeutig und unbefristet zu einem Streikverzicht auch bei vier Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, SunExpress und CityLine bereit erklärt habe.

Das Unternehmen hält aber weiterhin an der der einseitig ausgelösten sogenannten "kleinen Schlichtung" fest, die sich ausschließlich um die wenigen Tarifthemen drehen soll, für die Ufo in der vorvergangenen Woche einen zweitägigen Streik veranstaltet hatte. Dazu gehörten mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse.

Am vergangenen Dienstag hatten beide Seiten dann eine umfassende Schlichtung zu weitaus mehr Themen sowie eine darüberhinausgehende Moderation bei der Lufthansa-Kerngesellschaft vereinbart. Ihren jeweiligen Schlichter hatten beide Seiten noch nicht benannt und sich auf ein langes und kompliziertes Verfahren eingestellt. Ebenfalls war der frühere Ufo-Chef Nicoley Baublies entgegen vorheriger Vereinbarungen nicht wieder als Purser bei der Fluggesellschaft eingestellt worden.

Die Ufo will nach Baublies Worten zunächst die neue Situation intern bewerten. Der Verzicht auf die Schlichtung könne nicht das letzte Wort sein, sagte der Ufo-Sprecher. Er wies darauf hin, dass für die vier Lufthansa-Töchter keine Friedenspflicht gelte und daher Streiks erneut möglich seien. Bei der Lufthansa selbst sei die Kabine in der Friedenspflicht, aber dennoch zu Warnstreiks berechtigt.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa