Wirtschaft

Halbe Milliarde Euro für Aida? Große Namen haben Interesse an Staatshilfe

Ein Blick auf das Kreuzfahrtschiff

Die Schiffe von Aida Cruises können derzeit keine Gewinne einfahren.

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild)

Die Bundesregierung bietet durch die Coronakrise gebeutelten Unternehmen Hilfe an, mindestens zwei große Konzerne haben bereits die helfende Hand ergriffen. Die Liste der Interessenten soll aber noch deutlich länger sein.

Der Kreuzfahrtanbieter Aida, der Schiffbauer MV Werften und der niedersächsische Stahlhersteller Georgsmarienhütte bemühen sich einem Medienbericht zufolge um Staatshilfen. Das geht laut "Business Insider" aus einer Liste der Bundesregierung hervor, die dem Wirtschaftsmagazin vorliegt. Öffentlich bekannt sind bereits die Hilfen für die Lufthansa und Tui.

Daneben seien auf der Liste mehrere Autozulieferer sowie ein hessisches Luftfahrt-Sicherheitsunternehmen. Aida habe einen Finanzbedarf von rund einer halben Milliarde Euro angemeldet. Das Wirtschaftsministerium und Finanzministerium wollten sich nicht konkret zu dem Bericht äußern. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums verwies auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, die zu berücksichtigen seien.

Aida erklärte, man prüfe, ob die von der Bundesregierung angebotenen Instrumente und Programme für das Unternehmen in Frage kämen. "Zu Überlegungen einer möglichen Staatsbeteiligung ist uns nichts bekannt." Ein Sprecher der Georgsmarienhütte sagte, man äußere sich nicht zu Spekulationen. Die MV Werften waren für Anfragen nicht zu erreichen.

Nach früheren Angaben des Wirtschaftsministeriums haben 14 Unternehmen Bedarf an einer Rekapitalisierung angemeldet. Bei den meisten Firmen steht die Prüfung aber erst am Anfang. Insgesamt hat die Bundesregierung von knapp 60 Unternehmen Interessensbekundungen für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten. In diesem sind 100 Milliarden Euro für direkte Unternehmensbeteiligungen reserviert.

Konkrete Namen wurden bislang - abgesehen von Lufthansa und Tui- nicht genannt. Experten gehen aber davon aus, dass es Firmen aus Zweigen sind, die von der Coronavirus-Pandemie besonders stark betroffen sind - dazu zählen die Reise- und Tourismusbranche, Teile der Industrie und die Logistik.

Quelle: ntv.de, ter/rts