Wirtschaft

Geldwäscheskandal haut ins Kontor HSBC mit gemischten Zahlen

HSBC.jpg

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die britische HSBC soll im großen Stil Drogen- und Terroristengeld gewaschen haben.

(Foto: REUTERS)

Rückstellungen im Zusammenhang mit Geldwäsche-Vorwürfen in den USA und Entschädigungen für Kunden kommen die britische Großbank HSBC im ersten Halbjahr teuer zu stehen. Der Nachsteuergewinn schrumpft. Operativ läuft es allerdings rund.

HSBC Holdings
HSBC Holdings 598,50

Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen haben das erste Halbjahr bei der britischen Großbank HSBC verhagelt. Wegen Geldwäsche-Vorwürfen in den USA sowie für Strafzahlungen wegen der Falschberatung bei Finanzprodukten musste die Bank Milliarden zurücklegen, was zur Folge hatte, dass der Gewinn in der ersten Jahreshälfte schrumpfte.

Die Bank bezifferte die Rückstellungen für mögliche Strafen in den USA auf 700 Mio. US-Dollar. Der US-Senat hatte die HSBC jüngst beschuldigt, dass ihr weltweites Bankgeschäft von Geldwäschern und möglichen Terroristen-Finanziers genutzt worden sei. Zudem hat die Bank 1,35 Mrd. US-Dollar bei Seite gelegt, hauptsächlich um die Falschberatung bei Kreditausfallversicherungen, so genannten PPI-Versicherungen, abzudecken.

Im ersten Halbjahr sank der den Stammaktionären zurechenbare Gewinn der HSBC Holdings von 8,93 auf 8,15 Mrd. US-Dollar. Die operativen Einnahmen legten dagegen von 42,3 auf 43,7 Mrd. US-Dollar zu.

Die HSBC ist ein Geldhaus im Wandel. Im vergangenen Jahr hatte CEO Stuart Gulliver einen Plan vorgelegt, um die riesige Bank in ein kleineres und schlagkräftigeres Institut umzuformen. Investoren hatten nämlich kritisiert, dass sich die Bank zu weit ausgedehnt habe und gleichzeitig eine zu geringe Rendite erwirtschafte.

Bei Vorlage des Plans hatte Gulliver das Ziel ausgegeben, bis 2013 eine Eigenkapitalrendite von 12 bis 15 Prozent zu erwirtschaften und das Institut effizienter zu machen. Im ersten Halbjahr belief sich diese Rendite auf 10,5 Prozent. HSBC konzentriert sich in jüngster Zeit mehr auf wichtige Schlüsselmärkte und trennt sich zunehmend von Geschäftsaktivitäten in weniger lukrativen Ländern.

Quelle: n-tv.de, DJ/rts

Mehr zum Thema