"Geringe Passagierauslastung"Hauptstadtflughafen schreibt noch jahrelang Verluste

Der Flughafen Berlin-Brandenburg muss in der Corona-Zeit von seinen staatlichen Eignern mit einer Milliardenspritze gerettet werden, mittlerweile steht er finanziell wieder auf eigenen Beinen. Perspektivisch macht dem Airport die geringe Auslastung zu schaffen.
Der Berliner Flughafen spürt derzeit die schwache Passagierauslastung und rechnet trotz operativer Gewinne unterm Strich noch mehrere Jahre mit Nettoverlusten. Das Ergebnis vor Sondereinflüssen (Ebitda) dürfte 2026 um ein Drittel auf 136,2 Millionen Euro einbrechen, wie der Airportbetreiber FBB mitteilte. Der Konzernfehlbetrag dürfte auf 106,1 (2025: 86,1) Millionen Euro steigen. Grund für die Verluste sei in erster Linie die "Unterauslastung der Flughafeninfrastruktur infolge der anhaltenden geringen Passagierauslastung", hieß es im Geschäftsbericht.
2019, vor der Corona-Krise, hatten die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zusammen noch 35,65 Millionen Menschen abgefertigt. Im vergangenen Jahr waren es am Hauptstadtflughafen BER nur noch 26,1 Millionen. Das war zwar ein leichtes Plus von 2,3 Prozent zum Vorjahr. Für 2026 sollen es 26,5 Millionen sein. Allerdings haben die Folgen des Iran-Kriegs und die hohen Standortkosten für das Fliegen in Deutschland zuletzt bereits für sinkende Fluggastzahlen gesorgt.
Das Passagieraufkommen von vor Ausbruch der Virus-Pandemie werde beim Auslandsverkehr wohl erst Ende der 2020er Jahre und einschließlich des Inlandsverkehrs erst Mitte der 2030er Jahre erreicht werden, hieß es. "Auf dieser Grundlage gehen die derzeitigen Planannahmen davon aus, gegen Ende der 20er Jahre die Verlustsituation überwunden zu haben und positive Jahres- und Konzernergebnisse zu erzielen."
Operativ konnte der BER im vergangenen Jahr sein Ergebnis um mehr als ein Drittel auf 203,9 Millionen Euro steigern. Allerdings sorgten auch Altlasten - also hohe Schulden und Verzögerungen beim Bau - unterm Strich für Verlust.
Der BER, der in der Corona-Zeit von seinen staatlichen Eignern mit einer Milliardenspritze gerettet werden musste, steht inzwischen finanziell wieder auf eigenen Beinen. Im November 2025 hatte sich der Betreiber FBB auch ohne Sicherheiten der Eigner am Kapitalmarkt Geld besorgt und ein Refinanzierungspaket von 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Zudem schossen die Gesellschafter im Februar ein letztes Mal Geld zu - und zwar 500 Millionen Euro zur Tilgung von Altkrediten aus der Bauzeit. "Die finanzielle Selbstständigkeit ist ein Ergebnis der konsequenten Umsetzung des 2021 mit den Gesellschaftern vereinbarten Teilentschuldungsplans," erklärt Flughafen-Chefin Aletta von Massenbach. "Diesen Weg werden wir trotz sehr fordernder externer Einflüsse auf die Luftverkehrsbranche weiter gehen."