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Siemens-Tochter wird entschuldet Healthineers ist bereit für Börsendebüt

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Healthineers ist Weltmarktführer im Bereich von Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie.

(Foto: REUTERS)

Es dürfte der größte Börsengang seit einigen Jahre werden: In wenigen Wochen soll die Aktie von Siemens Healthineers am regulierten Markt gelistet werden. Kasse macht dabei zwar der Mutterkonzern - die Tochter soll aber nicht leer ausgehen.

Siemens gibt den offiziellen Startschuss zum größten deutschen Börsengang des Jahres. Mit der sogenannten Intention to Float für die Medizintechnik beginnt die Vermarktung der Aktien. "Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt", sagte Michael Sen, Siemens-Vorstand und zugleich Aufsichtsratschef bei Healthineers.

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Zum Zeitpunkt der Erstnotiz hielt sich Siemens nach wie vor bedeckt. Offiziell blieb es bei der Sprachregelung, die Erstnotiz von Siemens Healthineers solle in der ersten Jahreshälfte stattfinden. Üblicherweise liegen zwischen der ersten Ankündigung und dem ersten Handelstag aber nur vier Wochen. Damit kann die Aktie von Siemens Healthineers wie in Finanzkreisen erwartet schon vor Ostern am regulierten Markt in Frankfurt gelistet sein.

14 Banken mit Umsetzung beauftragt

Zum genauen Volumen der Platzierung machte Siemens keine Angaben: Der Konzern will sich von einem "bedeutenden Minderheitsanteil" trennen, der einen "liquiden Markt" für die Healthineers-Aktie sichern soll. Am Markt war zuletzt von 15 bis 20 Prozent der Aktien die Rede. Bei einer Bewertung von 30 bis 40 Milliarden Euro entspräche dies Erlösen zwischen 4,5 und 8 Milliarden Euro. Damit dürfte es einer der größten Börsengänge der vergangenen Jahre werden.

Kasse macht bei dem Börsengang ausschließlich der Mutterkonzern. Healthineers fließt direkt kein Geld zu. Allerdings wird die in Erlangen ansässige Tochter erheblich entschuldet. Pensionslasten von 800 Millionen Euro sollen aus der Bilanz verschwinden, die Nettoverbindlichkeiten um weitere 3,1 Milliarden Euro sinken, wie Siemens Mitte Januar auf einem Kapitalmarkttag in London erläuterte.

Zur Verwendung des Emissionserlöses machte das Unternehmen keine Angaben. Vorstandschef Joe Kaeser reagierte jüngst auf die Frage, ob er bereits wisse, was Siemens mit dem Geld anfangen werde, lediglich mit einem schmallippigen "Ja". Einzelne Aktionäre hatten auf der Hauptversammlung eine Beteiligung an dem Erlös ins Spiel gebracht. Siemens hat insgesamt 14 Banken unter Führung der Deutschen Bank sowie der US-Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan mit der Umsetzung des Börsengangs beauftragt.

Healthineers ist Weltmarktführer im Bereich von Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie. Außerdem bietet Healthineers Systeme für Laborauswertungen und moderne minimalinvasive Chirurgietechnik an. "Durch den Börsengang erhalten wir die zusätzliche Freiheit, die wir brauchen, um unsere globale Führungsrolle weiter auszubauen", sagte Healthineers-Chef Bernd Montag. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte die Siemens-Sparte 13,8 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen bereinigten Gewinn von 2,5 Milliarden Euro, was einer Umsatzrendite von 18 Prozent entsprach.

Quelle: n-tv.de, jki/DJ

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