Wirtschaft

Schnelltest-Einnahmen sinken Healthineers plant wieder ohne Corona-Booster

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Mit Schnelltests verdiente die Siemens-Tocher im Abgelaufenen Geschäftsjahr 340 Millionen Euro.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Mehr als eine Milliarde Euro hat Siemens Healthineers mit Schnelltests erlöst. Doch diese Sonderkonjunktur läuft aus. Für das neue Jahr rechnet das Unternehmen daher mit geringerem Wachstum. Große Hoffnungen ruhen auf dem jüngste Milliardenzukauf.

Die Medizintechnik-Tochter von Siemens macht sich nach dem Ende der Corona-Sonderkonjunktur auf ein gebremstes Wachstum gefasst. Das milliardenschwere Geschäft mit Antigen-Schnelltests verhalf Siemens Healthineers im Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) zu einem Rekordumsatz und -gewinn, wie das Unternehmen in Erlangen mitteilte. Hinzu kamen Nachholeffekte, weil Ärzte und Krankenhäuser in der ersten Phase der Pandemie weniger investiert hatten.

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Für 2021/22 rechnet Siemens-Healthineers-Chef Bernd Montag - den Schnelltest-Effekt herausgerechnet - mit einer Normalisierung: Das Umsatzwachstum soll mit fünf bis sieben Prozent dann nur halb so hoch ausfallen wie im vergangenen Geschäftsjahr. Der bereinigte Nettogewinn je Aktie soll aber um rund ein Fünftel steigen.

Vor allem die 16,4 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Krebsbehandlungs-Spezialisten Varian soll Siemens Healthineers dann auf die Sprünge helfen. 2,9 Milliarden bis 3,1 Milliarden Euro Umsatz sollen die Amerikaner beisteuern, bei einer operativen Rendite von 15 bis 17 Prozent, die in einigen Jahren auf 20 Prozent und mehr steigen soll. Wann genau, will Montag am 17. November auf einem Anlegertag verraten. Er verwies auf einen Auftragseingang von mehr als 20 Milliarden Euro. Zugpferd soll aber zunächst die Bildgebungs-Sparte (CT, MRT, Röntgen) bleiben, deren Marge sich auf 22 bis 23 (Vorjahr: 21,1) Prozent verbessern soll.

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Das Geschäft mit Corona-Tests läuft dagegen langsam aus. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten sie allein 1,1 Milliarden Euro Umsatz und einen Nettogewinn von 340 Millionen Euro geliefert. 2021/22 rechnet Finanzvorstand Jochen Schmitz nur noch mit 200 Millionen Euro Umsatz mit den Tests, die Siemens Healthineers vor allem an staatliche Stellen geliefert hatte. Zudem bröckeln die Preise: Hatte Healthineers anfangs noch mehr als fünf Euro pro Schnelltest bekommen, geht es in Ausschreibungen derzeit um weniger als 1,50 Euro.

2020/21 erreichte Siemens Healthineers zwar das obere Ende der eigenen Prognosen, blieb aber hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz schnellte auf vergleichbarer Basis um fast ein Fünftel auf 18 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis (Ebit) schoss um 40 Prozent auf mehr als 3,1 Milliarden Euro nach oben, Analysten hatten dem Unternehmen im Schnitt aber 3,25 Milliarden zugetraut. Finanzvorstand Schmitz erklärte die Differenz vor allem mit Sonderboni von 56 Millionen Euro, die die Belegschaft für ihren Einsatz in der Corona-Krise bekam. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von knapp 1,8 Milliarden Euro - fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll um fünf auf 85 Cent erhöht werden. Auch hier hatten Analysten auf mehr gehofft.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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