Wirtschaft

Autobahn-Betreiber aus Spanien Hochtief bekommt grünes Licht

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Privat betriebene Autobahnen gibt es auch in Deutschland, wie hier etwa auf einem Abschnitt der A4 westlich von Gotha.

(Foto: © Mike Christian, Hochtief)

Die EU-Wettbewerbshüter sehen keine Einschränkungen: Aus ihrer Sicht könnte Hochtief den spanischen Autobahnbetreibers Abertis übernehmen. Ein Investor aus Italien könnte der milliardenschweren Übernahme noch in die Quere kommen.

Die EU-Wettbewerbshüter haben der geplanten milliardenschweren Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis durch den Baukonzern Hochtief ohne Einschränkungen zugestimmt. Das neu aufgestellte Unternehmen wäre auf den betroffenen Märkten weiter einem wirksamen Wettbewerb ausgesetzt, teilte die EU-Kommission mit. Der Markt für Konzessionen für mautpflichtige Autobahnen sei zudem ein stark regulierter Ausschreibungsmarkt; der Wettbewerb würde durch die Fusion nicht beeinträchtigt.

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In trockenen Tüchern liegt der Deal damit noch nicht: Hochtief war vor etwa drei Monaten mit einem Angebot über mehr als 17 Milliarden Euro in das Bieterrennen um Abertis eingestiegen. Mit seiner Offerte hatte der Essener Konzern ein Angebot der Investmentgesellschaft Atlantia übertrumpft, die in Händen der Benetton-Familie liegt. Die Italiener hatten für Abertis insgesamt rund 16,3 Milliarden Euro geboten.

Atlantia hatte aber bereits angedeutet, nachlegen zu wollen. Im Oktober hatte Brüssel bereits einer möglichen Abertis-Übernahme durch Atlantia zugestimmt. Wann die endgültige Entscheidung über den Zuschlag fällt, ist noch offen. Hinter Hochtief steht die spanische Konzernmutter ACS, deren Chef der Präsident des Fußballclubs Real Madrid, Florentino Perez, ist. Er gilt als bestens in der spanischen Politik vernetzt.

Für die Prüfung möglicher Übernahmeszenarien nahmen die EU-Wettbewerbshüter unter anderem den Markt für Konzessionen für mautpflichtige Autobahnen und für den Straßenbau unter die Lupe. Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen in Europa zuständig, wenn der weltweite Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt und zumindest zwei der beteiligten Firmen in der EU einen Umsatz von jeweils 250 Millionen Euro aufweisen. Ihre Aufgabe ist es, Wettbewerbsverzerrungen und daraus folgende Nachteile für Verbraucher in Europa zu verhindern.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts