Wirtschaft

Wegen US-Sanktionen Huawei drosselt Produktion

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Huawei muss derzeit auf einige wichtige Zulieferer verzichten.

(Foto: REUTERS)

Die US-Regierung setzt Huawei auf eine schwarze Liste. Sie befürchtet, der Smartphone-Hersteller könnte seine Technologie zur Spionage nutzen. Mehrere Firmen schränken daraufhin ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern ein. Huawei rechnet nun mit einem kräftigen Umsatzrückgang.

Der unter Handelssanktionen leidende chinesische Telekommunikationsriese Huawei erwartet ein kräftiges Umsatzminus und will seine Produktion massiv kürzen. "In den nächsten beiden Jahren wird die Produktion um 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) gekürzt", sagte Huawei-Gründer Ren Zhengfei.

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Ren Zhengfei, Gründer des chinesischen Telekomriesen Huawei.

(Foto: dpa)

Die Erlöse würden in diesem und im nächsten Jahr bei rund 100 Milliarden Dollar liegen, erklärte der Konzernchef. Huawei hatte im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von fast zwanzig Prozent auf 104 Milliarden Dollar verzeichnet. Der Konzern werde die Ausgaben für Forschung und Entwicklung trotzdem nicht kürzen, sagte Ren. Er erwarte eine Erholung des Geschäfts im Jahr 2021.

Huawei wird derzeit massiv von Washington unter Druck gesetzt. Die USA befürchten chinesische Spionage und Sabotage, was Huawei vehement zurückweist. Huawei werde in ein paar Jahren gestärkt aus seinen Schwierigkeiten hervorgehen, sagte Ren weiter: "Ich denke, wir können auf keinen Fall zu Tode geprügelt werden."

Wichtige Geschäftspartner brechen weg

US-Präsident Donald Trump hatte US-Unternehmen kürzlich per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Hierbei gilt Huawei als Hauptziel. Daraufhin schränkten mehrere Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ein. Die chinesische Regierung wirft den USA "wirtschaftliche Schikane" vor.

Für Huawei wird die Luft durch die Einschränkungen dünner. US-Chiphersteller, die wichtige Zulieferer sind, können kaum noch Geschäfte mit den Chinesen machen. Führende Chiphersteller fordern eine Lockerung des Verbots. Zudem erschweren die US-Maßnahmen für Huawei den Zugang zum Google-System Android. Die Chinesen hatten deshalb angekündigt, ein eigenes Betriebssystem für Smartphones auf den Weg bringen zu wollen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/rts/dpa

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