Wirtschaft

Sorge um den Außenhandel IMK senkt Wachstumsprognosen

e0c567ee5774677a8d186c7332db1578.jpg

"Der Aufschwung muss Federn lassen."

(Foto: dpa)

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) wandelt hinsichtlich der deutschen Konjunktur auf den Pfaden anderer Wirtschaftsinstitute. Es sieht Deutschland im Sog einer abflauenden globalen Konjunktur.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat seine Erwartung für das deutsche Wirtschaftswachstum wie zuvor schon andere Ökonomen gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im Jahresdurchschnitt 2018 um 1,6 Prozent und 2019 um 1,7 Prozent zunehmen, prognostizierte das Institut und nahm damit seine Vorhersagen um jeweils 0,3 Punkte zurück.

"Die abflauende weltweite Konjunktur setzt dem deutschen Außenhandel zu", erklärten die Forscher aus Düsseldorf. Der erratische Ablauf des Brexit, der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das schwache Wachstum bei gleichzeitig hoher Verschuldung in Italien seien schwer zu kalkulierende Risiken. Angetrieben durch die kräftige Konsumnachfrage, eine weiterhin gute Arbeitsmarktentwicklung, steigende Löhne und solide Investitionen gehe der moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft aber weiter.

"Die Wachstumsdelle im dritten Quartal diesen Jahres bleibt ein Ausrutscher, der auf Sondereffekten beruht", erklärte das IMK. "2019 gewinnt die Konjunktur sogar wieder etwas an Fahrt." Damit gehe der Aufschwung in sein siebtes Jahr und stelle die längste Wachstumsphase seit der deutschen Vereinigung dar.

Exportvolumen 2018 deutlich geringer

"Ganz klar: Der Aufschwung muss Federn lassen", konstatierte der wissenschaftliche IMK-Direktor Gustav Horn aber. Das signalisiere auch der IMK-Konjunkturindikator, der aktuell ein Rezessionsrisiko von 23 Prozent ausweise - nach 15 Prozent im November. Gemessen an den heftigen wirtschaftspolitischen Turbulenzen seien die Verluste aber noch moderat. Die Ökonomen rechnen mit einer Zunahme der privaten Konsumausgaben um 1,3 Prozent in diesem und 1,9 Prozent im kommenden Jahr und der Ausrüstungsinvestitionen um 4,5 Prozent 2018 und 5,1 Prozent 2019.

Die Exporte dürften 2018 um 1,9 Prozent und 2019 um 4,0 Prozent zunehmen und die Importe dieses Jahr um 3,2 Prozent und nächstes um 4,7 Prozent. Allein schon die gestiegene Verunsicherung angesichts der aggressiven US-Politik bremse dieses Jahr die Nachfrage nach deutschen Gütern, hieß es zu der schwachen Exportprognose für 2018. Ein weiterer Risikofaktor sei der Brexit, hinzu kämen in diesem Jahr die Verzögerungen bei deutschen Autobauern, die neuen WLTP-Abgasmessregeln umzusetzen.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach der Prognose weiter sinken. Für 2018 prognostizieren die Forscher einen Rückgang um etwa 190.000 Personen auf rund 2,34 Millionen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent. Für 2019 erwartet das IMK, dass die Arbeitslosenzahl um jahresdurchschnittlich etwa 130.000 auf etwa 2,21 Millionen zurückgeht und die Quote auf 4,9 Prozent fällt.

Zuvor hatten schon andere Konjunkturinstitute ihre Vorhersagen gesenkt. Zuletzt hatte das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung seine Prognose für dieses Jahr von 1,8 auf 1,4 Prozent zurückgenommen. Für 2019 wurde die Vorhersage von 1,7 auf 1,4 Prozent und für 2020 von 1,9 auf 1,6 Prozent gesenkt.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

Mehr zum Thema