Wirtschaft

USA, China und Indien vornIWF rechnet erst für nächstes Jahr mit mehr Wachstum

08.07.2026, 15:51 Uhr
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Das globale Handelsvolumen für Güter und Dienstleistungen dürfte laut IWF nur noch um 3,5 Prozent zulegen. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Die Weltwirtschaft hat nach Auffassung des IWF den Kriegsschock besser überstanden als erwartet. Dennoch senken die Experten die Wachstumsprognosen für etliche Länder, darunter für Deutschland. Ab 2027 dürfte der Handel wieder anspringen und die Inflationsrate sinken.

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds erst nächstes Jahr wieder stärker wachsen. 2026 werde es noch Bremsspuren durch den Iran-Krieg geben, vor allem durch höhere Energiepreise, teilte der IWF in Washington mit. Das globale Wachstum dürfte in diesem Jahr nur 3,0 Prozent betragen und damit einen Tick weniger als noch im April vorausgesagt. In den beiden vergangenen Jahren waren es noch jeweils 3,5 Prozent gewesen. Im kommenden Jahr erwartet der IWF dann wieder 3,4 Prozent. "Die Weltwirtschaft hat den Schock durch den Krieg bislang besser überstanden als befürchtet."

Wachstumstreiber sind neben den USA auch China und Indien. Für Deutschland rechnet der IWF mit Wachstumsraten von 0,7 und 1,0 Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Das sind 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozent weniger als noch im April gedacht. Die deutsche Industrie leidet unter hohen Energiepreisen und Problemen im Exportgeschäft.

Ende Februar hatten die USA zusammen mit Israel den Iran angegriffen. Dieser attackierte daraufhin Israel und mit den USA verbündete Golf-Staaten und blockierte weitgehend die für Öl- und Gaslieferungen wichtige Straße von Hormus. Die Energiepreise liegen in etwa 25 Prozent höher als vor Ausbruch des Krieges. Das geht mit einer höheren Inflation einher - weltweit von voraussichtlich 4,7 Prozent in diesem Jahr. 2025 waren es 4,1 Prozent. 2027 dürften es 3,9 Prozent sein. Die Notenbanken müssen laut IWF deswegen einen stärkeren Fokus darauf legen, Preisstabilität wieder zu erreichen.

Einen Dämpfer wird es auch im Handel geben. Das globale Handelsvolumen für Güter und Dienstleistungen dürfte 2026 nur noch um 3,5 Prozent zulegen, nachdem es 2025 noch fünf Prozent waren. 2027 sollen es dann wieder 4,3 Prozent sein. Der IWF geht vor dem Hintergrund der Bemühungen um einen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran davon aus, dass die Straße von Hormus ab Mitte Juli wieder nutzbar sein sollte. Bis zum März 2027 sollte dann in etwa die Lage vor Ausbruch des Krieges wiederhergestellt sein, hofft der IWF. Allerdings ist die vereinbarte Waffenruhe fragil, zuletzt gab es wieder gegenseitige Angriffe.

Technologische Neuerungen wie Künstliche Intelligenz gleichen dem IWF zufolge die negativen Effekte durch den Krieg in Nahost allerdings zu einem größeren Teil aus. Davon profitieren demnach vor allem die Vereinigten Staaten als weltgrößte Volkswirtschaft. Für die USA erwartet der IWF Wachstumsraten von 2,3 und 2,2 Prozent in den Jahren 2026 und 2027. China dürfte um 4,6 und 4,1 Prozent zulegen, Indien sogar um 6,4 und 6,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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