Wirtschaft

Anreize für schnelle Lieferung Ifo-Chef bringt Impfstoff-Prämien ins Spiel

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Clemens Fuest ist ein Befürworter harter Corona-Maßnahmen. Die Wirtschaft könne nur gedeihen, wenn die Pandemie besiegt wird.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ifo-Chef fordert entschiedenere Unterstützung für Impfstoffhersteller durch den Staat. Bislang gebe es wenig Anreize für sie, finanzielle Risiken einzugehen. Verzögerten sich die Impfungen, verzögere sich auch die wirtschaftliche Erholung.

Um die Impfstoff-Produktion in der Corona-Pandemie zu beschleunigen, hat Ifo-Präsident Clemens Fuest an die Bundesregierung appelliert, den Herstellern stärker unter die Arme zu greifen. "Der Staat sollte die Hersteller unterstützen, möglichst schnell Kapazität aufzubauen: etwa durch beschleunigte Genehmigungen, aber auch finanziell", sagte der Präsident des Münchener Forschungsinstitutes dem "Spiegel".

"Er sollte den Pharmaunternehmen Prämien dafür anbieten, dass sie den Impfstoff schneller liefern. Oder auch Bürgschaften übernehmen", sagte Fuest. Die Hersteller hätten bislang wenig Anreiz gehabt, massiv ihre Kapazitäten auszubauen und dadurch große finanzielle Risiken einzugehen, so der Wirtschaftsforscher, "und jetzt profitiert das einzelne Unternehmen finanziell nicht unbedingt davon, wenn es die verkauften Impfdosen früher liefert".

Der Ökonom ist überzeugt: Nur wenn die Pandemie beherrschbar ist, kann die Wirtschaft gedeihen. Umso wichtiger sind in seinen Augen die Impfungen. "Wenn die Impfstrategie nicht funktioniert oder die Impfungen sich verzögern, dann wird sich auch die wirtschaftliche Erholung verzögern."

Trotz des harten Shutdowns mit Geschäfts-, Restaurant- und Schulschließungen erwartet Fuest keinen Einbruch der deutschen Wirtschaft. "Das verarbeitende Gewerbe funktioniert, die Industrieproduktion läuft. Viele Dienstleister können aus dem Homeoffice heraus weiterarbeiten", so der Ifo-Chef.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ