Wirtschaft

"Stimmung ist hervorragend" Ifo-Index erreicht neues Rekordhoch

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Deutschland geht es wirtschaftlich blendend.

(Foto: dpa)

Deutschland habe derzeit eine "Hochkonjunktur", vermeldet das Ifo-Institut. Der entsprechende Geschäftsklimaindex erreicht dementsprechend neue Höhen. "Der Ifo-Index trotzt dem politischen Wirrwarr", so ein Analyst.

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen ist trotz des Hickhacks um eine Regierungsbildung so gut wie noch nie. Der Geschäftsklimaindex stieg im November überraschend auf den Rekordwert von 117,5 Zählern nach 116,8 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 116,6 Punkte erwartet. Das Ifo-Institut spricht nun von einer "Hochkonjunktur in Deutschland".

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"Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist hervorragend", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine Hochkonjunktur zu." Die Manager beurteilten ihre Geschäftslage etwas schlechter, die Aussichten für die kommenden sechs Monate dagegen besser als zuletzt.

Das Ifo-Institut hat gerade erst seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2017 von 1,9 auf 2,3 Prozent erhöht. Auch im kommenden Jahr soll eine Zwei vor dem Komma stehen.

Die Exporteure profitieren derzeit vom anziehenden Welthandel und dem Aufschwung in der Eurozone, während die Unternehmen zuletzt deutlich mehr investierten. Auch der private Konsum dürfte angesichts von Rekordbeschäftigung, steigenden Löhnen und vergleichsweise geringer Inflation eine Konjunkturstütze bleiben.

Reaktionen von Analysten

Holger Sandte, Nordea: "Der Ifo-Index trotzt dem politischen Wirrwarr. Das zeigt, wie robust die Stimmung in der Wirtschaft derzeit ist. Die Unternehmen und die Finanzmärkte wissen, dass die nächste Regierung nicht links- oder rechtsextrem sein wird, sondern nahe am Mainstream. Kein Grund also, sich verrückt machen zu lassen."

Andreas Scheuerle, Dekabank: "Spricht man derzeit mit Unternehmen, so klagen diese über drei Probleme: Lieferengpässe, Kapazitätsengpässe und Personalengpässe. Das sind untrügliche Zeichen dafür, dass Deutschland sich auf den Hochpunkt des Konjunkturzyklus zubewegt. Der deutsche Konjunkturdampfer läuft mit voller Fahrt voraus. Außer einer Kollision, die nicht in Sicht ist, bringt ihn nichts so schnell zum Stehen: die Wirren um die Regierungsbildung jedenfalls nicht."

Claus Niegsch, DZ Bank: "Die Stimmung der Unternehmen bleibt weiter auf Rekordniveau. Die deutsche Wirtschaft brummt. Dank steigender Ausfuhren, zunehmender Ausrüstungsinvestitionen und einer anhaltend soliden Inlandsnachfrage steht der Aufschwung auf einem breiten Fundament. Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen kann von dieser erfreulichen Entwicklung profitieren."

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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