Wirtschaft

Corona als Verstärker Immobilien auf Sylt werden noch teurer

222217998.jpg

In Kampen werden die Häuser in der Regel als Feriendomizil genutzt.

(Foto: picture alliance / Jürgen Schwenkenbecher)

Die Immobilienpreise auf Sylt scheinen nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Die Corona-Krise beschleunigt diese Entwicklung Maklern zufolge sogar noch. Für ein Haus in Top-Lage werden inzwischen mindestens 30 Millionen Euro fällig.

Der rasante Anstieg der Immobilienpreise auf Sylt wird durch die Corona-Pandemie verstärkt. Der Trend habe schon vor dem Frühjahr 2020 begonnen und sei durch die Pandemie intensiviert worden, sagte Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des Immobilienverbands (IVD) Nord. Der Höhenflug der Immobilienpreise werde sich bei Zweit-, Dauer- sowie Ferienwohnungen in Deutschland fortsetzen, heißt es beim IVD. "Durchschnittlich sind die Preise im Corona-Jahr im selbst genutzten Wohneigentum um fünf bis zehn Prozent gestiegen“, so Wagner. Auf Sylt sei der Anstieg noch höher.

"Die Preise auf der Insel steigen um 10 bis 20 Prozent und werden vermutlich noch weiter steigen", sagte Peter Peters, Immobilienmakler auf Sylt. Ein Haus in begehrter Wattlage in Kampen kostet demnach inzwischen mindestens 30 Millionen Euro. In Keitum müssen Käufer für ein fertiges Haus mit Blick auf das Wattenmeer in der Regel zwischen 12 bis 18 Millionen Euro zahlen. Der Kreis Nordfriesland erstelle regelmäßig eine Bodenrichtwert-Tabelle, aus der diese amtlichen Zahlen für Sylt hervorgingen.

Als Grund für diese Entwicklung im Luxus-Segment sieht der Makler unter anderem die eingeschränkten Reisemöglichkeiten. Während Hotels im Lockdown geschlossen sind und Ferienwohnungen nicht vermietet werden dürfen, erlaubt die schleswig-holsteinische Landesverordnung den Zweithausbesitzern, ihre Immobilien auf der Insel weiter zu nutzen. Menschen aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Berlin "erkaufen sich mit einem Haus oder einer Wohnung auf Sylt eine größere Freiheit", sagte Peters. Das sei ein willkommener Tapetenwechsel, wenn Auslandsreisen coronabedingt nicht oder nur stark eingeschränkt möglich sind.

Seit Mitte der 1960er-Jahre steigen die Grundstückspreise auf Sylt kontinuierlich. "Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Preise nahezu verdoppelt", sagt Peters. Wie es für die Preise für Eigenheime auf der Insel weitergeht, hänge auch davon ab, wie sich die Verbreitung des Coronavirus entwickelt und wie die Impfungen voranschreiten, so IVD Nord-Geschäftsführer Wagner. Die Lage sei hier ausschlaggebend: "Eine attraktive Insel wie Sylt verliert ihre Anziehung nicht." Hier sowie auf der ostfriesischen Insel Norderney und in der Region Tegernsee sei Baugrund in Deutschland am teuersten.

Quelle: ntv.de, jga/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.