Markt kühlt abImmobilienpreise steigen erneut langsamer

Der Aufschwung am deutschen Immobilienmarkt verliert an Dynamik. Häuser und Wohnungen verteuern sich zwar, der Preisanstieg fällt jedoch erneut geringer aus. Besonders in den größten Städten und in einigen ländlichen Regionen zeigt sich eine deutliche Abkühlung.
Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn das vierte Quartal in Folge abgeschwächt. Häuser und Wohnungen verteuerten sich von Januar bis März um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der deutsche Immobilienmarkt hatte sich im vergangenen Jahr von seinem schlimmsten Einbruch seit Jahrzehnten erholt: Zwischen Oktober und Ende Dezember hatte es ein Plus von 2,6 Prozent gegeben, im Drei-Monatszeitraum zuvor waren es 3,2 Prozent, im zweiten Quartal 3,3 und zu Jahresbeginn 3,8 Prozent.
Die Preise entwickeln sich regional unterschiedlich. Für Eigentumswohnungen zahlten Käufer im ersten Quartal in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In kreisfreien Großstädten zogen die Preise um 2,9 Prozent an. In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) fiel der Preisanstieg mit 0,3 Prozent deutlich geringer aus. In den dicht besiedelten ländlichen Kreisen fielen die Preise sogar um 0,4 Prozent.
Für Ein- und Zweifamilienhäuser war der Preisanstieg in den sieben größten Städten mit 1,4 Prozent am stärksten, gefolgt von den kreisfreien Großstädten mit plus 1,2 Prozent. In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen hingegen zahlten Käufer für Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt 0,8 Prozent weniger.
Experten zufolge bleiben viele Kaufinteressenten derzeit vorsichtig. Sie verweisen auf geopolitische Risiken, steigende Arbeitslosigkeit und langsameres Lohnwachstum. Zudem hat der Iran-Krieg die Inflation angeheizt und die Bauzinsen nach oben getrieben. "Die Erschwinglichkeit bleibt ein Problem", betonte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski kürzlich. "Das Risiko ist hoch, dass das Durchschnittsalter von Erstkäufern weiter steigen wird."