Wirtschaft

Zölle auf US-Produkte Indien schlägt zurück

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Mandeln aus Kalifornien werden in Indien deutlich teurer.

(Foto: REUTERS)

Indien erhöht die Einfuhrzölle für einige US-Güter deutlich. Die Vergeltungsmaßnahme ist eine weitere Etappe im Handelsstreit zwischen beiden Ländern, der vergangenes Jahr begann.

Im Handelsstreit mit den USA erhebt Indien Vergeltungszölle auf 28 Produkte aus den Vereinigten Staaten. Diese werden heute wirksam.

Gemäß der neuen Einfuhrregeln werden nun etwa Walnüsse mit einem Einfuhrzoll in Höhe von 120 Prozent statt wie bisher mit 30 Prozent belegt. Bei Äpfeln, Kichererbsen und Linsen wurde der Satz auf 70 Prozent angehoben. Indien ist der zweitwichtigste Markt für Mandeln und Äpfel aus den USA.

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Indien reagiert damit auf eine Entscheidung der USA von Anfang Juni, dem Land bisherige Handelsvorteile zu entziehen. Die Regierung in Neu Delhi hatte zwar schon vor rund einem Jahr mit höheren Zöllen auf US-Produkte gedroht, nachdem die USA die Abgaben auf indische Erzeugnisse wie Stahl oder Aluminium erhöht hatten. In der Hoffnung, den Handelsstreit in Verhandlungen beizulegen, schob die indische Regierung diese Vergeltungsmaßnahme allerdings immer wieder auf.

Pompeo reist nach Indien

Doch Anfang Juni entzogen die USA Indien die im Rahmen eines schon vor Jahrzehnten speziell für Entwicklungsländer geschaffenen Programms gewährten Handelsvorteile. Washington wirft Indien schon länger vor, ein "Hochzollland" zu sein und den Zugang zu seinem riesigen Markt zu beschränken.

Indien hat - wie viele andere Länder - im Warenverkehr mit den USA einen Handelsbilanzüberschuss. Im vergangenen Jahr lag er US-Angaben zufolge bei 21,8 Milliarden Dollar.

Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien dürften zur Sprache kommen, wenn sich Trump und der indische Regierungschef Narendra Modi Ende Juni am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka treffen. Außerdem will US-Außenminister Mike Pompeo noch in diesem Monat nach Indien reisen.

Eigentlich wollen die USA die Handelsbeziehungen zu Indien ausbauen als Gegengewicht zu China, gegen das Trump derzeit einen deutlich erbitterteren Handelskrieg führt. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.

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Quelle: n-tv.de, jga/dpa/AFP

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