Wirtschaft

Im Sog der Türkei-Krise Indiens Rupie erleidet Kurssturz

Die indische Rupie stabilisiert sich.

Indien sorgt sich um seine Währung.

(Foto: REUTERS)

Der Wertverfall der türkischen Lira hat Auswirkungen auf die Schwellenländer. Diese sind wie die Türkei von ausländischem Kapital abhängig. Besonders betroffen ist die indische Rupie, die gegenüber dem US-Dollar einen Tiefststand erreicht.

Angetrieben durch die Währungskrise in der Türkei ist die indische Währung weiter abgestürzt. Der Dollarkurs lag im morgendlichen Handel kurzzeitig bei über 70 Rupien, damit war eine Rupie gegenüber dem US-Dollar so wenig wert wie noch nie. Das Schwellenland Indien leidet genauso wie Südafrika, Argentinien, Mexiko, Brasilien und Russland unter der einbrechenden türkischen Lira, weil diese Staaten genauso wie die Türkei von ausländischem Kapital abhängig sind - besonders vom Dollar.

Aus Furcht vor einem Überschwappen der Krise in der Türkei auf andere Länder ziehen viele allerdings ihre Investitionen in deren Währungen zurück. Außerdem setzen die gestiegenen Rohölpreise die indische Währung unter Druck, das Land bezieht über zwei Drittel seines Bedarfs aus Importen. Die indische Rupie befindet sich seit Anfang des Jahres in einer Abwärtsspirale, damals lag der Kurs zum Dollar noch bei 63,67.

Investoren seien nun "besorgt", dass die indische Währung kurzzeitig die Marke von 70 zum Dollar überschritten habe, sagte der Analyst N. S. Venkatest von der Association of Mutual Funds. Er rechnet allerdings damit, dass sich der Kurs bei 69 einpendeln werde. Die indische Wirtschaft sei "stark", sagte er AFP.

Die Türkei steckt mitten in einer Währungskrise, die Lira befindet sich seit Tagen im freien Fall. Hintergründe der Krise sind unter anderem ein Konflikt mit dem Nato-Partner USA sowie ein wirtschaftliches Ungleichgewicht und eine zurückhaltende Politik der Zentralbank des Landes.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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