Wirtschaft

Aufschwung in Gefahr?Industrie besorgt wegen Rohstoffmangel

19.05.2021, 13:52 Uhr
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Eine Kupfermine in Russland. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Unternehmen klagen zunehmend über Lieferengpässe bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen. Laut einer Studie könnte die Situation einen schnellen Aufschwung nach der Krise gefährden. Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert die EU zum Handeln auf.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Europäische Union (EU) angesichts der Knappheit von Rohstoffen zum Handeln aufgefordert. "Die EU ist mit Blick auf die Stärkung ihrer strategischen Souveränität gefordert, sich zügig mit Lieferengpässen und Kapazitätsaufbau zu befassen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführungsmitglied Wolfgang Niedermark dem "Handelsblatt". Die Corona-Pandemie sowie die derzeitigen geringen Transportkapazitäten führten zu hohen Mehrkosten für Transporte über den Seeweg, steigenden Rohstoffpreisen und erheblichen Lieferverzögerungen. "Das verursacht Störungen in den Produktionsabläufen."

Europa sei bei verschiedenen Rohstoffen "gefährlich abhängig" von einzelnen Lieferanten oder Liefergebieten, gab Niedermark zu bedenken. Gleiches gelte für die Halbleiterherstellung. "Wegen der Bedeutung von Halbleitern für die Industrie muss Europa verloren gegangene Kompetenzen und Kapazitäten mit staatlicher Unterstützung wieder zurückholen", mahnte der BDI-Experte.

Die Gefahr von Versorgungsengpässen sei real. Digitalisierung, Energiewende und Elektromobilität würden die Nachfrage nach Rohstoffen für Zukunftstechnologien weiter treiben.

Auch das Handwerk zeigte sich alarmiert. Die Preisexplosion bei gleichzeitigen massiven Lieferengpässen bei vielen Baumaterialien seien eine "Belastung für die Handwerks- wie die Konjunktur insgesamt", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, der Zeitung. Sollte sich die Situation nicht schnell entspannen, werde sich auch die Konjunktur in den Bau- und Ausbaugewerken eintrüben wie auch bei den industriellen Zulieferern, die sich gerade erst wieder langsam erholten.

Die derzeitigen Engpässe bei der Versorgung mit Rohstoffen in mehreren Branchen könnten einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise gefährden. "Vor allem mit dem erneuten Einstieg in die gesellschaftliche und ökonomische Normalisierung infolge der Impffortschritte und der damit einsetzenden Entladung des aufgestauten Konsums halten diese Engpässe die konjunkturelle Erholungsdynamik zurück", heißt es laut der Zeitung in einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Quelle: ntv.de, jpe/DJ

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