Wirtschaft

Dienstleister zuversichtlich Industrie blickt pessimistisch ins neue Jahr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist getrübt - die Zukunftsaussichten mau. Globale Handelskonflikte, die Abschwächung der Weltwirtschaft und der Strukturwandel belasten vor allem die hiesige Industrie. Dienstleister üben sich derweil in Optimismus.

Miese Stimmung in der Industrie, Optimismus bei Dienstleistern: Die Branchenverbände in Deutschland blicken einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge mit sehr unterschiedlichen Erwartungen in das neue Jahr. In der traditionellen IW-Umfrage zum Jahreswechsel gaben 32 von 48 Verbänden an, die aktuelle Wirtschaftslage sei schlechter als vor einem Jahr. Abgefragt wurden Produktionserwartungen, Beschäftigungsperspektiven und Investitionsplanungen.

Besonders trüb sei die Lage in der Industrie, erklärte das Kölner Institut. Demnach berichteten Autohersteller, Chemieunternehmen und Maschinenbauunternehmen von einer deutlichen Verschlechterung im Jahresvergleich. Dies liege einerseits daran, dass sich die Geschäftslage nach einer besonders guten Phase wieder normalisiere. Andererseits sorgten geopolitische Risiken sowie große Herausforderungen wie die Digitalisierung und der Klimawandel für Verunsicherungen bei Unternehmen und Verbrauchern.

Für das kommende Jahr gehen der Umfrage zufolge 19 Verbände davon aus, dass sich die Lage ihrer Mitgliedsunternehmen verbessert, und die Produktion wieder steigt. Zwölf Verbände erwarten eine etwas schlechtere Lage. Pessimistisch sind Verbände, deren Mitglieder Stahl und andere Metalle verarbeiten, sowie Maschinen herstellen. "Es zeigt sich eine insgesamt weiterhin labile Konjunktur, die in der Industrie nur eine Hoffnung auf Stabilisierung im Jahr 2020 bietet", erklärte IW-Direktor Michael Hüther.

Nur 14 der 48 Branchenverbände gaben an, im kommenden Jahr weniger Mitarbeiter zu beschäftigen - darunter Banken, Sparkassen und Versicherer. Die überwiegende Mehrheit der befragten Verbände geht davon aus, 2020 ähnlich viele Mitarbeiter wie derzeit beschäftigen zu können. Optimistisch sind die Bauindustrie, das Handwerk und viele Dienstleistungssparten: Sie rechnen für das kommende Jahr mit höherer Produktion und deshalb auch mit steigendem Personalbedarf.

Quelle: ntv.de, hny/AFP