Wirtschaft

CO2-Abgabe treibt Energiepreise Inflation steigt im April auf zwei Prozent

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(Foto: picture alliance / Flashpic)

Die Inflation in Deutschland ist im April auf zwei Prozent gestiegen. So hoch lag der Wert letztmals im April 2019. Ein wichtiger Grund für die Preissteigerung ist die ausgelaufene Mehrwertsteuersenkung. Die EZB-Direktorin schätzt, dass die Preise künftig noch deutlich stärker anziehen könnten.

Die Inflation in Deutschland ist im April auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Das Statistische Bundesamt errechnete für den Monat eine jährliche Teuerungsrate von 2,0 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Eine so hohe Rate hatte es zuletzt im April 2019 gegeben.

Seit dem Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung Ende 2020 sind die Verbraucherpreise damit den vierten Monat in Folge gestiegen. Im Januar lag die Teuerungsrate bei 1,0 Prozent, im Februar waren es 1,3 Prozent und im März 1,7 Prozent. Die Bundesregierung hatte zum Juli 2020 den regulären Satz von 19 auf 16 und den ermäßigten von 7 auf 5 Prozent gesenkt, um in der Pandemie den Konsum zu stärken.

Angetrieben wurde die Inflation im April vor allem von den Energiepreisen (plus 7,9 Prozent). "Hier wirkte sich neben der zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe zudem der Preisrückgang bei Energieprodukten vor einem Jahr auf die Teuerungsraten aus", erklärten die Statistiker diesen sogenannten Basiseffekt wegen der Corona-Rezession ein Jahr zuvor. Zu Beginn der Pandemie 2020 waren die Rohölpreise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen.

Lebensmittel und Sprit wurden teurer

Besonders tief in die Tasche greifen mussten Verbraucher im April im Vergleich zum Vorjahresmonat für Sprit (+ 23,3 Prozent) und Heizöl (+ 21,1 Prozent). Seit Anfang 2021 ist eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken klettern. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate bei 1,4 Prozent gelegen, ohne Heizöl und Sprit nur bei 1,2 Prozent.

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Die Strompreise sanken dagegen um 0,2 Prozent. Nahrungsmittel kosteten 1,9 Prozent mehr. Teurer als ein Jahr zuvor waren dabei unter anderem Süßwaren (+ 3,1 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Butter (+ 2,5 Prozent). Merklich teurer wurden Pflanzen und Blumen (+ 7,5 Prozent), Kaffeeprodukte (+ 5,1 Prozent) sowie Tabakwaren (+ 4,5 Prozent).

Die Inflation könnte nach Einschätzung von EZB-Direktorin Isabel Schnabel in Deutschland kurzfristig über die Marke von drei Prozent springen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Entwicklung in Europas größter Volkswirtschaft genau, denn sie strebt für die Währungsunion mittelfristig einen Wert von knapp unter zwei Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflation lag im April bei 2,1 Prozent.

Quelle: ntv.de, als/dpa/rts

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