Wirtschaft

Strom zu Jahresbeginn oft teurer Inflation steigt langsamer

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Die Lebenshaltungskosten stiegen im vergangenen Jahr langsamer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Teuerungsrate hat sich im vergangenen Jahr wieder weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank entfernt. Das dürfte allerdings Verbraucher freuen, denn die Preise steigen langsamer als eigentlich angepeilt.

Der Anstieg der Preise hat sich in Deutschland im vergangenen Jahr wieder abgeschwächt. Die Teuerungsrate fiel laut Statistischem Bundesamt mit 1,4 Prozent geringer aus als in den beiden Vorjahren, als Raten von 1,8 beziehungsweise 1,5 Prozent erreicht wurden. Niedriger als 2019 war die Inflationsrate zuletzt 2016 - mit damals 0,5 Prozent.

Was viele Verbraucher hierzulande freuen dürfte, ist für die Europäische Zentralbank (EZB) Grund zur Sorge. Denn sie peilt für die Eurozone eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an, die sie als ideal für die Konjunktur erachtet. In Deutschland als größter Volkswirtschaft im Währungsraum wurde dieser Wert auch im Dezember nicht erreicht: Die Jahresteuerung im vergangenen Monat lag jedoch immerhin bei 1,5 Prozent.

"Das ist das höchste Niveau seit Juni 2019 - angetrieben insbesondere von höheren Preisen für Nahrungsmittel, Kleidung und Freizeitartikel", so ING-Ökonom Carsten Brzeski. Volkswirte hatten für Dezember lediglich mit einem Preisauftrieb von 1,4 Prozent gerechnet, nach einem Zuwachs von 1,1 Prozent im November. Dienstleistungen kosteten im Dezember 1,8 Prozent mehr. Und Wohnungsmieten legten um 1,4 Prozent zu. Energie verbilligte sich im Dezember hingegen auf Jahressicht um 0,1 Prozent.

Für Strom müssen die Verbraucher allerdings zu Beginn des Jahres 2020 tiefer in die Tasche greifen. Die Preise haben nach einer Erhebung des Internet-Vergleichportals Verivox im Januar ein Rekordhoch erreicht. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahle inklusive Grundgebühr erstmals 1200 Euro. Im Vergleich zum Januar 2019 sei dies ein Anstieg um 4,1 Prozent, erläuterte ein Experte des Unternehmens, zu dessen Geschäft der Anbieterwechsel gehört. Für Januar und Februar hätten 497 von 800 regionalen Versorgern Preiserhöhungen von im Schnitt sechs Prozent angekündigt.

Bei den Gaspreisen sei die Entwicklung weniger dramatisch. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müsse 1206 Euro hinblättern. Im Vergleich zum Januar 2019 sei dies nur ein Plus von 0,8 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts