Wirtschaft

Apple, Amazon und Co im Minus Inflationsangst geht an der Wall Street um

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Die Rekordjagd legt eine Pause ein: Der Dow-Jones-Index verliert rund zwei Prozent.

(Foto: AP)

Die Verbraucherpreise in den USA ziehen überraschend stark an. Und an den US-Börsen kommt in der Folge Sorge vor einer strafferen Geldpolitik auf. Den großen Tech-Aktien bekommt das gar nicht gut, denn sie sind besonders zinsempfindlich. Auch für die Indizes geht es bergab.

Inflations- und Zinserhöhungsängste haben den Handel an den US-Börsen überschattet. Die Verbraucherpreise sind im April sehr viel deutlicher als erwartet und so stark wie zuletzt 2009 gestiegen. Teilnehmer sprachen von einer zweiten massiven Fehlprognose, nachdem der jüngste Arbeitsmarktbericht bei weitem schlechter als erwartet ausgefallen war. Auf Monatssicht stieg die Teuerung um 0,8 Prozent, während Experten mit 0,2 Prozent gerechnet hatten. Die Jahresinflation liegt mit 4,2 Prozent deutlich über dem Ziel der US-Notenbank.

S&P 500
S&P 500 4.250,78

Der Dow-Jones-Index fiel um 2 Prozent auf 33.587 Punkte. Dies addierte sich zum größten Dreitagesverlust seit sieben Monaten. Der S&P-500 sank um 2,2 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-Composite verlor 2,7 Prozent.

Technologiewerte gelten als besonders zinssensitiv wegen des hohen Fremdkapitalanteils der Branchenunternehmen. Der Dollar legte zu, und am Anleihemarkt ging es mit den Renditen nach oben.

Die Preisdaten gaben der Furcht vor einer stark steigenden Inflation neue Nahrung und schürten damit auch Ängste, dass die US-Notenbank darauf mit einer strafferen Geldpolitik reagieren könnte. Dies gilt, obwohl zuletzt diverse US-Notenbanker betont haben, dass sie derzeit hierfür noch keine Notwendigkeit sehen. Andererseits kamen auch aus ihren Reihen hohe Inflationsprognosen. Allerdings hat die US-Notenbank in der jüngeren Vergangenheit immer wieder betont, derartige Preisauftriebe als von vorübergehender Natur einzustufen.

Am Anleihemarkt stieg die Zehnjahresrendite rund 8 Basispunkte auf 1,70 Prozent. Der Dollarindex legte um 0,7 Prozent zu. Der Euro sackte von Kursen um 1,2120 vor Bekanntgabe der Daten bis auf 1,2072 Dollar ab und stand schließlich nur minimal darüber.

Techwerte wie Amazon lassen Federn

Unternehmensseitig hat unter anderem der Videospiele-Entwickler Electronic Arts Geschäftszahlen vorgelegt, die eher enttäuschten, wenn auch mit einem optimistischen Ausblick garniert. Die Aktie fiel 1,2 Prozent. Ebenfalls negativ aufgenommen wurden die Zahlen von Wendy's (minus 1,4 Prozent) und Unity Software (minus 0,3 Prozent), während Fubo TV (plus 9,7 Prozent) nach einer Umsatzverdoppelung kräftig vorrückten.

Amazon zeigten sich 2,2 Prozent schwächer, obwohl der Online-Handelsriese im Streit um Steuervergünstigungen mit der EU einen juristischen Erfolg erzielt hat. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg hob eine Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2017 auf, die Amazon zur Zahlung von Steuern in Höhe von 250 Millionen Euro an Luxemburg verurteilt hatte. Allerdings gaben auch die anderen großen Technologieaktien deutlich nach, so etwa Apple (minus 2,5 Prozent), Alphabet (minus 3,1 Prozent) oder Microsoft (minus 2,9 Prozent)

Die Ölpreise legten zu, obwohl die US-Ölvorräte gemäß den offiziellen Daten vom Mittwoch weniger stark gesunken sind als erwartet. Unterstützung kam derweil von der Internationalen Energieagentur (IEA). Diese erwartet, dass gegen Ende des Jahres die Nachfrage das Angebot am Ölmarkt übersteigen wird. Der Goldpreis wurde von dem gestiegenen Dollar und den höheren Renditen in die Zange genommen. Auch dass Gold als Inflationsschutz dient, konnte dem Preis nicht aufwärts helfen.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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