Wirtschaft

Tech-Aktien im Sinkflug Inflationssorgen drücken US-Börsen ins Minus

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US-Börsen erleben Achterbahnfahrt.

(Foto: REUTERS)

Erst herrscht Euphorie an der Wall Street, kurze Zeit später Trauerstimmung. Nach einem Allzeithoch dreht der Dow Jones ins Minus und schließt mit 32.862 Punkten. Anleger bezweifeln, dass die FED mittelfristig bei ihrer ultralockeren Geldpolitik bleiben wird.

Nach der Rekordjagd des Vortages hat heute ein erneuter Anstieg der Rentenrenditen die Wall Street belastet. Wie so häufig entfaltete die Beschlusslage der Fed erst mit einem Tag Verzögerung deutliche Marktreaktionen - steigende Rentenrenditen drückten die Aktienkurse. Gestützt von Finanzwerten markierte der Dow zunächst das nächste Allzeithoch, drehte dann aber im späten Geschäft ins Minus. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,5 Prozent auf 32.862 Punkte. Der S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite sackten dagegen um 1,6 bzw. 3 Prozent ab.

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Die Fed hatte die Wachstumsprognose kräftig erhöht und ein mögliches mittelfristiges Überschießen der Inflation bis auf 2,4 Prozent eingeräumt. Dagegen und auch gegen die anziehenden Marktzinsen vorgehen wollte sie aber nicht, weil US-Notenbankgouverneur Jerome Powell die Inflationsentwicklung als temporär einstufte. Doch Anleger befielen angesichts der Inflationserwartungen der Fed Zweifel, ob es mittelfristig bei der ultralockeren Geldpolitik bleiben werde.

Mit diesen Aussichten stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 1,75 Prozent auf ein 14-Monatshoch. Zuletzt stieg die Benchmarkrendite um über 7 Basispunkte auf 1,72 Prozent. "Es dreht sich alles um Inflationserwartungen: Fakt ist, dass wir Inflationsprojektionen jenseits des Fed-Ziels erhalten und dies die Rentenrenditen treibt", sagte Chefmarktstratege Edward Park von Brooks Macdonald. Die Sorge vor Inflation und einer Straffung der Geldpolitik belastete den Aktienmarkt - die gestiegenen Marktzinsen in erster Linie die Technologiewerte.

Tesla nach Unfällen auf Talfahrt

Im Technologiesektor fielen die Aktien der Branchengrößen Apple, Microsoft, Amazon und der Google-Mutter Alphabet um bis zu 3,4 Prozent. Der Einbruch der Ölpreise drückte den Branchenindex um 4,7 Prozent - Exxon Mobil und Chevron sanken um 4,3 bzw. 3,6 Prozent. Dagegen stellten Bankentitel mit steigenden Marktzinsen die klaren Gewinner: der Branchenindex zog um über 1,7 Prozent an. Im Dow stiegen JP Morgan und Goldman Sachs um 1,7 bzw. 0,9 Prozent.

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Tesla stürzten um 6,9 Prozent ab. Die Behörden untersuchen einen weiteren Unfall mit einem Tesla-Fahrzeug, bei dem möglicherweise der Autopilot des Fahrzeugs im Einsatz war. Mindestens drei Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen in den vergangenen Wochen haben Untersuchungen nach sich gezogen.

Der Dollar erholte sich mit dem Renditeanstieg von den Vortagesabgaben. Der Dollar-Index legte um 0,3 Prozent zu. Am Vortag hatte die Fed den US-Dollar auf Talfahrt geschickt, am Donnerstag holte er die Verluste fast komplett wieder auf. Trotz steigender Inflationsaussichten verlor der Goldpreis 0,7 Prozent auf 1.735 Dollar pro Feinunze - belastet von den hohen Marktzinsen. Auch der feste Greenback bremste das Edelmetall.

Quelle: ntv.de, hny/DJ

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