Wirtschaft

Vor Chip-Debakel Intel-Chef trennt sich von Aktienpaket

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Führt Intel: Brian Krzanich.

(Foto: REUTERS)

Als die Schwachstellen von Intel-Prozessoren bekannt werden, geht der Aktienkurs in den Keller. Konzernchef Krzanich trifft das nicht ganz so hart – schließlich hat er im Vorfeld möglichst viele seiner Papiere verkauft.

Das Timing ist bemerkenswert. Nachdem Intel über gravierende Sicherheitslücken in seinen Chips informiert wurde, verkaufte Konzernchef Brian Krzanich so viele seiner Intel-Aktien wie möglich. Im vergangenen November trennte er sich von Papieren im Wert von 24 Millionen Dollar. Die Öffentlichkeit erfuhr von den Chip-Problemen bei Intel allerdings erst jetzt.

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Die jüngste Sicherheitslücke in Prozessoren ist eine der weitreichendsten, die bisher bekannt wurden. Hacker könnten Daten auslesen, etwa in Browsern gespeicherte Passwörter. Ein Fehler betrifft Experten zufolge nur Chips des Branchenführers Intel, ein anderer aber auch Mikroprozessoren von AMD und des Chip-Entwicklers ARM. Damit sind weltweit Laptops, PCs, Smartphones, Tablets und Internet-Server gleichermaßen bedroht.

Schon als Krzanich seine Aktien im November verkaufte, sorgte das für Gesprächsstoff. Schließlich behielt er lediglich 250.000 Intel-Papiere - weniger darf er nach einer Vereinbarung mit dem Unternehmen nicht besitzen. Und wenn ein Konzernchef so wenig dieser Papiere besitzt wie möglich, zeugt das nicht unbedingt vom Vertrauen in steigende Kurse.

Dass sich der Krzanich vor Bekanntwerden von schlechten Nachrichten von möglichst vielen Aktien des Unternehmens trennte, ist zwar fragwürdig - schließlich sind fallende Kurse zu erwarten. Das heißt aber nicht, dass er sich etwa Insider-Handel hat zuschulden kommen lassen. Das Unternehmen teilte derweil mit, der Aktien-Deal habe nichts mit der Information über die Sicherheitslücken zu tun.

Um Insider-Vorwürfe zu vermeiden, kündigen US-Firmenchefs Aktienverkäufe oft im Vorfeld an. Und genau das hat Krzanich getan. Er informierte die Börsenaufsicht SEC von den Plänen - Ende Oktober. Entdeckt und den betroffenen Unternehmen gemeldet wurden die Schwachstellen aber bereits im Juni.

Aktie verliert an Wert

Die von Google in Zusammenarbeit mit Forschern von Universitäten und aus der Industrie entdeckte jahrzehntealte Sicherheitslücke wurde früher publik als geplant. Ursprünglich wollte die Branche die Schwachstelle und ihre Maßnahmen erst am 9. Januar öffentlich machen. Doch schon in den vergangenen Tagen fiel eine erhöhte Update-Aktivität auf - und erste Berichte über eine Schwachstelle in Intel-Chips machten am Mittwoch die Runde.

Die Intel-Aktie verlor daraufhin zeitweise bis zu 6 Prozent und schloss 3,4 Prozent im Minus. Nachbörslich gab sie nochmals 1,1 Prozent ab, als Intel sich ausführlicher zu der Sache äußerte.

Quelle: ntv.de, mit rts

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