Wirtschaft

Erhält Deutschland den Zuschlag? Intel investiert Milliarden in Chip-Fabriken

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Intel-Chips werden weltweit unter anderem in Laptops und Tablets verbaut.

(Foto: picture alliance / AA)

In den vergangenen Monaten leidet die Technologiebranche unter einer Computerchip-Knappheit. Marktführer Intel will nun massiv in die Herstellung investieren und steckt Milliarden in ein Werk in New Mexico. Auch Deutschland könnte von der Investitionsoffensive des Chip-Giganten profitieren.

Der Chipriese Intel steckt inmitten der globalen Halbleiter-Knappheit weitere Milliarden in den Ausbau seiner Produktion in den USA. Das Werk im Bundesstaat New Mexico soll für 3,5 Milliarden Dollar (rund 2,9 Mrd. Euro) aufgerüstet werden, wie der Konzern am Montag ankündigte. Dabei gehe es um die Einführung einer komplexen neuen Intel-Technologie, bei der Chip-Bauteile aufeinander gestapelt, statt nebeneinander angeordnet werden. Sie soll für kompaktere und zugleich leistungsstärkere Prozessoren sorgen.

Bereits im März hatte Intel den Bau von zwei neuen Fabriken im US-Bundesstaat Arizona angekündigt. In den USA wird die Halbleiter-Knappheit, wegen der zum Beispiel diverse Autobauer die Produktion aussetzen mussten, auch als politisches Problem gesehen. Deshalb gibt es Forderungen, die Produktion im eigenen Land auszubauen.

Auch Fabrikbau in Deutschland möglich

Auch in Europa will der weltgrößte Halbleiterhersteller Milliarden investieren. Die Bedingung dafür sind aber genügend staatliche Fördergelder. Deutschland habe dabei gute Chancen auf eine Milliardeninvestition von Intel. "Es spricht viel für Deutschland", sagte CEO Pat Gelsinger dem Handelsblatt. Der US-Chipkonzern sucht gerade nach einem Standort in Europa für eine neue, hochmoderne Fabrik.

Intel baut allerdings nur, wenn die öffentliche Förderung stimmt. Die müsse sich an jenen Ländern orientieren, die derzeit in der Industrie führend seien - das sind Taiwan und Korea. Dort bekomme ein Halbleiterhersteller etwa 40 Prozent der Kosten vom Staat erstattet. "Um wettbewerbsfähig zu sein, brauchen wir dieses Niveau", so Gelsinger. "Eine neue Fabrik kostet mindestens 10 Milliarden Dollar, und an einem Standort braucht es zwei davon, um Größenvorteile zu nutzen", erläuterte Gelsinger.

Damit wären Subventionen von 8 Milliarden Euro nötig, um Intel anzulocken. Im Gegenzug verspricht Intel ein langfristiges Engagement. Der Konzernchef mahnt die Politik, sich nicht zu viel Zeit zu lassen mit einer Entscheidung, wie stark die Ansiedlung gefördert werde. Intel selbst will den neuen Standort in der zweiten Jahreshälfte bestimmen.

Der neue Intel-Chef Pat Gelsinger warnte bereits wiederholt, dass die Chip-Engpässe mehrere Jahre andauern könnten - auch weil Investitionen nicht sofort greifen. Die Knappheit wurde von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Technik wie Laptops in der Corona-Pandemie sowie Vorratskäufen des chinesischen Huawei-Konzerns angesichts von US-Sanktionen ausgelöst. Das Intel-Geschäft ist zuletzt stärker unter Druck von Wettbewerbern geraten. Gelsinger will unter anderem dadurch gegensteuern, dass der Konzern verstärkt als Auftragsfertiger für andere produziert.

Quelle: ntv.de, jru/AFP/DJ

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