Wirtschaft

Nach Rückeroberung von Kirkuk Irak plant Öl-Pipeline in Kurdengebiet

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Noch im Oktober war Kirkuk heftig umkämpft. Nun soll hier eine neue Pipeline entstehen.

(Foto: AP)

Nachdem die irakische Armee die ölreiche Provinz Kirkuk von den Kurden zurückerobert hat, plant Bagdad in der Region nun eine neue Erdöl-Pipeline: Sie soll 350 Kilometer weit bis in die Türkei führen. Doch die Lage im Autonomiegebiet ist alles andere als stabil.

Die irakische Regierung hat einen Auftrag für den Bau einer neuen Erdöl-Pipeline in die Türkei ausgeschrieben. Mit der geplanten 350 Kilometer langen Pipeline soll Erdöl aus der nördlichen Provinz Kirkuk exportiert werden, wie das irakische Erdölministerium mitteilte. Regierungstruppen hatten im Herbst mit einer Militäroffensive gegen kurdische Kämpfer die Kontrolle über die ölreiche Provinz zurückgewonnen.

Die neue Pipeline mit einer geplanten Kapazität von mehr als einer Million Barrel pro Tag soll dem Verlauf einer in den 1980er Jahren gebauten Leitung folgen. Diese war durch Angriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beschädigt worden. Die Ausschreibung ist an nationale und internationale Unternehmen gerichtet. Angebote müssen binnen eines Monats abgegeben werden.

Die neue Pipeline soll von der Ortschaft Baidschi bis zum türkisch-irakischen Grenzübergang Fischchabur führen. Von dort aus kann eine existierende Pipeline zum türkischen Hafen Ceyhan genutzt werden. Auch von den Ölfeldern in Kirkuk bis nach Baidschi gibt es eine intakte, 90 Kilometer lange Pipeline.

Proteste gegen Gebietsverluste

Die Kurden im Nordirak hatten am 25. September gegen den Willen der irakischen Zentralregierung über die Loslösung von Bagdad abgestimmt. Die Teilnehmer stimmten nahezu geschlossen für die Unabhängigkeit. Daraufhin startete die irakische Zentralregierung eine Militäroffensive, bei der sie den Kurden praktisch alle Gebiete außerhalb der Autonomieregion abnahm - darunter auch die ölreiche Provinz Kirkuk.

Seither kommt es in der Region immer wieder zu gewaltsamen Protesten. In den Städten Rania, Kifri und Halabscha gingen in dieser Woche wütende Demonstranten auf die Straße, in Koisindschak setzten Angreifer das Büro des Bürgermeisters in Brand. Zudem griffen die Demonstranten Einrichtungen der fünf wichtigsten Parteien in der autonomen Kurdenregion an.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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