Wirtschaft

Zweistelliger AnstiegIran-Krieg lässt auch Plastikpreise explodieren

31.03.2026, 16:32 Uhr
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Der Nahe Osten ist ein wichtiger Lieferant von Kunststoffrohstoffen. (Foto: IMAGO/Funke Foto Services)

Auch die Kunststoffindustrie spürt den Krieg im Nahen Osten direkt: Rohstoffpreise für Polyethylen und Polypropylen schießen in die Höhe. Verbraucher könnten bald höhere Preise für Verpackungen, Flaschen oder Müllsäcke zahlen.

Nicht nur die Spritpreise steigen infolge des Iran-Kriegs. Experten warnen inzwischen davor, dass Verbraucher auch bei einer Vielzahl von Konsumgütern aus Kunststoffen mit Preissteigerungen rechnen müssen - denn diese werden zum Teil aus Erdöl hergestellt.

Infolgedessen können Produkte wie Einwegbesteck, Getränke in Flaschen und Müllsäcke in den kommenden Wochen zu den ersten gehören, deren Preise steigen, sagte Patrick Penfield, Professor für Supply-Chain-Praxis an der Syracuse University dem US-Sender CNN. Höhere Verpackungskosten könnten außerdem die Lebensmittelpreise in zwei bis vier Monaten in die Höhe treiben, während die Unternehmen ihre bestehenden Lagerbestände abarbeiten, so Penfield weiter. In Branchen wie der Automobilindustrie - wo Kunststoff nur einer von vielen Rohstoffen ist und die Preise oft in festen Verträgen festgelegt sind - könnte es knapp ein Jahr dauern, bis sich die höheren Kosten auswirken.

Die Öl- und Erdgaspreise sind unter anderem aufgrund der iranischen Bedrohung für die Schifffahrt in der Straße von Hormus in die Höhe geschnellt. Die Wasserstraße spielt eine entscheidende Rolle in den globalen Energie- und petrochemischen Lieferketten. Durch die Meerenge fließt ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasvorräte.

Laut dem Center for International Environmental Law stammen über 99 Prozent der weltweiten Kunststoffe aus fossilen Brennstoffen. Somit treiben steigende Energiepreise nicht nur die Herstellungskosten in die Höhe, sondern auch die Kosten für die Materialien selbst. Dazu gehören Polyethylen (PE) und Polypropylen, zwei der weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe.

Der Nahe Osten ist zudem ein wichtiger Lieferant von Rohkunststoff. Laut Daten von S&P Global Energy entfällt rund ein Viertel der weltweiten Polyethylen- und Polypropylen-Exporte auf diese Region, heißt es bei CNN. Ein Experte sagte gegenüber dem US-Sender, dass etwa 84 Prozent der PE-Kapazitäten im Nahen Osten auf den Export auf dem Seeweg durch die Meerenge angewiesen sind.

Der Plattform "The Plastic Exchanges" zufolge, die Transaktionsdaten für den Kunststoffmarkt erfasst, sind die Preise für Kunststoffgranulate in den letzten 30 Tagen in den meisten Fertigungsbereichen bereits um zweistellige Prozentsätze gestiegen. "In meinen 25 Jahren in der Kunststoffindustrie habe ich noch nie einen so starken monatlichen Anstieg bei PE gesehen", zitiert CNN den Geschäftsführer von Plastic Exchange Michael Greenberg. Selbst wenn der Krieg morgen enden würde, würde es noch ziemlich lange dauern, bis sich die Kunststofflieferkette wieder normalisiere.

Quelle: ntv.de, jki

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