Wirtschaft

Bedroht durch Corona Iran: Tourismusbranche droht Bankrott

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Die altpersische Residenzstadt Persepolis im Süden des Iran zählt zum Unesco-Welterbe.

(Foto: imago images/robertharding)

Nach Monaten ohne Einnahmen durch die Corona-Pandemie droht der Tourismuswirtschaft im Iran die Pleite. Der Tourismusminister des Landes hofft jetzt auf Lockerungen bei Einreisen ausländischer Touristen, trotz zuletzt wieder steigender Infektionszahlen.

Die Tourismusbranche im Iran ist nach Darstellung der Regierung wegen der Corona-Krise vom Bankrott bedroht. "Bis jetzt war die Rede davon, dass der Tourismus in einer Krise ist. Aber wenn es so weiter gehen sollte, dann verpuffen alle Investitionen, und die Branche würde letztendlich Bankrott gehen", sagte Tourismusminister Ali-Asghar Munessan in Teheran. Die in der Tourismusbranche tätigen Unternehmer hätten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar keine Einnahmen mehr gehabt, dafür aber gewaltige Schulden, sagte der Minister laut der Nachrichtenagentur Isna.

Die iranische Wirtschaft steckte wegen der US-Sanktionen schon vor dem Corona-Ausbruch in einer akuten Krise. Die wurde durch die Pandemie noch verschärft. Die nationale Währung Rial hat laut Devisenmaklern zwei Drittel ihres Werts eingebüßt.

Regierung will Einreisebestimmungen lockern

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Der Minister plane nun ein Treffen mit seinem Kollegen im Gesundheitsministerium, um zumindest einige Lockerungen in der Tourismusbranche zu ermöglichen, hieß es. So könnte zum Beispiel die Einreise von ausländischen Touristen unter strengen hygienischen Vorschriften wieder erlaubt werden. Auch die Einschränkungen für Inlandsreisen der Iraner könnten unter dem Motto "reisen, aber verantwortungsbewusst" gelockert werden, sagte Munessan. Die Corona-Krise wirkt sich auch massiv auf den zivilen Luftverkehr im Iran aus. Seit Ende Februar fliegen immer weniger ausländische Fluggesellschaften in das Land. So registrierte die nationale Luftbehörde nach Ausbruch der Pandemie im Durchschnitt über 80 Prozent weniger Auslandsflüge und mehr als 95 Prozent weniger Fluggäste.

Iran befindet sich inmitten einer zweiten Corona-Welle, mit aktuell rund 2.700 Neuinfektionen am Tag. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums liegt die aktuelle Zahl der Corona-Toten im Iran bei über 23.000, bisher gibt es mehr als 400.000 nachgewiesenen Infektionen mit dem Virus. Das Ministerium befürchtet, dass im Herbst die Fallzahlen weiter steigen werden. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für den Iran zuletzt bis Ende September verlängert. Das Robert Koch Institut führt das Land seit dem 15. Juni auf der Liste der Risikogebiete, da dort die Grenze von mehr als 50 Neuinfizierten in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten wird.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa