Wirtschaft

Abkehr vom Dollar nach Kurscrash Iran plant Euro als neue Berichtswährung

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Der iranische Rial hatte zuletzt gegenüber dem Dollar dramatisch an Wert verloren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als Reaktion auf den anhaltenden Kursverfall des Rial plant Irans Regierung wohl, sich vom US-Dollar als Berichtswährung zu lösen. Vor dem Hintergrund von Trumps drohender Kündigung des Atom-Deals sollen Auslandsgeschäfte künftig in Euro abgewickelt werden.

Der Iran kehrt einem Fernsehbericht zufolge bei Auslandsgeschäften dem US-Dollar den Rücken. Künftig solle der Euro dafür eingesetzt werden, berichtete Press TV, der englischsprachige Auslandssender der staatlichen iranischen Rundfunkgesellschaft. Die Entscheidung sei bei einer Kabinettssitzung gefallen, bei der es um Möglichkeiten gegangen sei, den Kursverfall des Rial zu bremsen.

Die Landeswährung hatte zuletzt zum Dollar deutlich an Wert verloren, allein an diesem Montag sechs Prozent. In Wechselstuben wurde der Verkauf der US-Währung vorläufig vollständig eingestellt. Auslöser des Kursrutsches waren Sorgen, wonach die USA die Sanktionen wieder in Kraft setzen könnten, die nach dem Atomabkommen 2015 aufgehoben worden waren. US-Präsident Donald Trump muss bis zum 12. Mai über die Strafmaßnahmen entscheiden.

Der Sender berichtet, der Leiter der Iranischen Zentralbank CBI, Valiollah Seif, habe angekündigt, der Plan werde direkt nach der Zustimmung der Regierung umgesetzt. Dies solle "bald" geschehen und anschließend offiziell verkündet werden. "Die Berichtswährung des Landes zu wechseln, ist ein ernster Schritt. Er ist aber angebracht", kommentierte Seif die Pläne.

Quelle: ntv.de, mra/rts