Wirtschaft

Zinsschock in den USA Ist Trump ein Segen für deutsche Sparer?

Für Sparer waren die vergangenen Jahre ein Alptraum. Immer tiefer fallende Zinsen und Renditen schmälerten ihre Erträge. Bringt Trump nun die Wende?

Der Zinsmarkt kennt seit den 1980er Jahren fast nur eine Richtung - nämlich abwärts, bis auf wenige Unterbrechungen. Schon häufig wurde dagegen die Zinswende ausgerufen, doch zu mehr als Korrekturen im Abwärtstrend hat es nicht gereicht. Anleger flüchten vor Deflations- beziehungsweise Rezessionsängsten in den Anleihemarkt und deren Käufe schrauben die Anleiherenditen immer weiter nach unten. Der Höhepunkt war im Sommer als die zehnjährigen Bundesanleihen auf ein Rekordtief von rund minus 0,20 Prozent gefallen sind. 

Nun stehen andere Zeiten an. Denn Trump steht für Reflationierung, das heißt, er wird neue Schulden machen und die Inflationsrate dürfte zulegen. Gleichzeitig hilft dies den Banken, auch in Europa. Für den deutschen Sparer könnte Trump ebenfalls ein Segen sein. Denn die Zinsen der 10-jährigen US-Bonds könnten noch weiter klettern, der Markt fordert einen Preis für die hohen Schuldenpläne Trumps.

Schäuble zittert - ein wenig

Dies wird Querverbindungen zu Deutschland haben, Negativzinsen wie im Sommer zu sehen, kann sich Wolfgang Schäuble wohl abschminken. Auch das Tief bei den Immobilienzinsen scheint vorbei, jedoch erlaubt die Lage in Italien und Frankreich nicht, dass Draghi in irgendeiner Art und Weise restriktiv bei der Geldvergabe wird. Ergo – das goldene Umfeld für Immobilienkäufer endet, doch ein goldener Schatten bleibt immer noch und wohl auf absehbare Zeit - eine Teilentwarnung also.

Sparer können über die kommenden Jahre damit rechnen, dass zumindest das Damoklesschwert der Negativzinsen an ihnen vorbei geht, viel wird man jedoch auf dem Sparbuch nicht holen können. Aktien dagegen dürften weiterhin eine gute Wahl sein, besonders in den USA können sich Anleger bei S&P 500 und Dow Jones umschauen, denn sie könnten nach zwei Jahren Seitwärtstrend in den Mittelpunkt rücken.

Aufgepasst bei Öko-Aktien – Hurra für die Banken

Bei den Sektoren gilt Vorsicht bei allem, was jahrelang aufgrund von Plänen zu Klimawandel und Zinslandschaft gut lief. Nordex, SMA Solar, Vonovia oder LEG Immobilien waren entsprechende Highflyer und dürften sich schwertun.

Die totgesagten Banken könnten dagegen endlich eine Aufholjagd starten beziehungsweise den jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen. Im Windschatten sollten auch defensivere Versicherungsaktien wie Allianz oder Axa mit hoher Dividende gut laufen. Banken profitieren von den steigenden Zinsen, weil der Zinsüberschuss - üblicherweise ein wichtiger Gewinnlieferant - steigen wird. Den Versicherern kommen die steigenden Zinsen zugute, weil die Unternehmen eine bessere Rendite erwirtschaften können, zum Beispiel für die Lebensversicherungen.

Von den Verbesserungen im Bankensektor können vorsichtige Anleger mit Memory-Expresszertifkaten wie der WKN SE6SX7 auf Deutsche Bank oder der SE2S9Z auf Commerzbank profitieren. Mit ihnen können Anleger im aktuell unsicheren Umfeld defensiv agieren, wie auch mit anderen Zertifikaten.

„Die hohe Nervosität an den Börsen ermöglicht zum Beispiel bei Bonus-Zertifikaten einen hohen Sicherheitspuffer, der vorsichtigen Anlegern zugute kommt“, erklärt Adrian Hurler, Zertifikate-Experte bei Goldman Sachs. Dieser Sicherheitspuffer wird durch eine Barriere im Zertifikat bestimmt, die unter dem aktuellen Kurs liegt. Sollte diese Barriere nie berührt oder unterschritten werden, erhalten Anleger mindestens den in Aussicht gestellten Bonus ausgezahlt. Sollten die Kurse über den Bonuslevel steigen, profitieren Anleger auch an diesem Kursanstieg“, so Hurler weiter. Erst wenn die Barriere verletzt wird, entfällt der Bonusanspruch und das Bonus-Zertifikat orientiert sich mit allen Gewinn- und Verlustchancen an der Entwicklung des im Zertifikat festgelegten Basiswerts, etwa einer Aktie oder eines Index. Beispiele für Bonus-Zertifikate mit einer Gewinnbegrenzung (Cap) ist das Papier auf den DAX mit der WKN HU66BC, das eine Renditechance von rund elf Prozent im Jahr bietet und eine Barriere bei 9.200 Punkten hat.

Offensiver können Anleger mit Outperformance-Zertifikaten auf den EuroStoxx 50 sein, etwa der DT1X9J. Eine Alternative ist das Strategiezertifikat mit der A17TAL, dass den DAX in diesem Jahr outperformt hat. Auf den S&P 500 können Anleger mit dem ETF (WKN: LYX05S) annähernd eins zu eins an steigenden Kursen im marktbreiten US-Index partizipieren.

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: ntv.de