Wirtschaft

Kooperation mit IDT Biologika J&J lässt Impfstoff in Dessau produzieren

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Mitarbeiter im Dessauer Werk von IDT Biologika sind mit der Wirkstoffherstellung beschäftigt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Nach Astrazeneca kooperiert auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson mit der Dessauer Firma IDT Biologika. Produktion und Lieferung des Impfstoffs gegen das Coronavirus sollen damit beschleunigt werden. Wirtschaftsminister Altmaier spricht von einem "wichtigen Signal" in dieser Phase der Pandemie.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson kooperiert bei der Herstellung seines Impfstoffs mit der Dessauer Firma IDT Biologika. Das teilte das deutsche Unternehmen auf Twitter mit. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte, die Entscheidung von Johnson & Johnson und IDT Biologika für Dessau sei "ein gutes Signal für den Wirtschafts- und Pharmastandort Deutschland". Die Impfstoffproduktion in Europa und am Standort Deutschland erhöhe die Liefersicherheit und sei in der aktuellen Phase der Pandemie besonders wichtig, erklärte der Wirtschaftsminister weiter.

IDT Biologika hatte Anfang Februar bereits eine Kooperation mit der britisch-schwedischen Firma Astrazeneca bekannt gegeben. Die Firma in Dessau kündigte damals zudem eine Kapazitätserweiterung an. Man prüfe Möglichkeiten, im zweiten Quartal die Auslieferung des Covid-19-Impfstoffs von Astrazeneca zu erhöhen, um bei der Deckung des Bedarfs in Europa zu helfen, erklärte der britisch-schwedische Hersteller. Zudem wollten beide Firmen "große zusätzliche Wirkstoff-Kapazitäten für die Zukunft" aufbauen. Dazu wollten beide Unternehmen in den IDT-Biologika-Standort in Dessau investieren, hieß es weiter.

Dort sollten bis zu fünf 2000-Liter-Bioreaktoren entstehen, in denen eine zweistellige Millionenzahl von Impfdosen pro Monat produziert werden könnte. Die neuen Anlagen sollen jedoch erst Ende 2022 betriebsbereit sein. Sie könnten auch von anderen Firmen mit ähnlicher Impfstoff-Technologie genutzt werden, erklärte Astrazeneca weiter. Damit entstünde bei IDT Biologika eine der größten Impfstoffanlagen dieser Art in Europa.

Vorprüfungen der US-Arzneimittelbehörde FDA, die dem Vakzin Ende Februar eine Notfallzulassung erteilte, bescheinigen dem Präparat von Johnson & Johnson eine sehr hohe Wirksamkeit. Demnach verhinderte das Mittel in einer großen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent. Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei 81,7 beziehungsweise 87,6 Prozent. Bei dem Impfstoff reicht - anders als bei den in der EU bereits zugelassenen Mitteln von Biontech, Moderna und Astrazeneca - eine einzige Dosis. Dadurch könnte die Immunisierung der Bevölkerung deutlich beschleunigt werden.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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