Wirtschaft

Aufschwung in Fernost Japan erlebt langes Wirtschaftswachstum

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Die Konjunktur brummt in Japan.

(Foto: REUTERS)

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt legt weiter zu. Inzwischen hält der Trend seit sieben Quartalen. Die Regierung will, dass es noch eine Weile so bleibt. Dabei spielen die Verbraucher eine wichtige Rolle.

Die japanische Wirtschaft ist in den Sommermonaten das siebte Quartal in Folge gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt zog zwischen Juli und September um 0,3 Prozent zum vorangegangenen Vierteljahr an, wie die Regierung bekanntgab. Eine längere Wachstumsphase gab es zuletzt zwischen 1999 und 2001. Allerdings fiel das Plus nur noch halb so stark aus wie im zweiten Quartal. Zudem blieb das Wachstum in der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft hinter dem anderer großer Industrienationen zurück.

Das stetige Wachstum ist eine willkommene Nachricht für Premier Shinzo Abe, der bei der Parlamentswahl am 22. Oktober ein neues Mandat erhalten hatte, um das Land aus der chronischen Wachstumsschwäche herauszuführen. Geprägt wird der Aufschwung durch die spezielle japanische Mischung aus Konjunkturhilfen, Geldflut und Reformen. Sie wird nach ihrem Urheber Abe im Ökonomenjargon "Abenomics" genannt.

Als größte Konjunkturstütze erwiesen sich die Exporte. Besonders die Ausfuhren von Fahrzeugen und elektronischen Bauteilen in die USA und nach Asien entwickelten sich gut. Ein besseres Abschneiden verhinderte die Kaufzurückhaltung der heimischen Verbraucher. Sie gaben erstmals seit mehr als anderthalb Jahren weniger für den Konsum aus. Gespart wurde vor allem bei Hotel- und Restaurantausgaben, ebenso bei Auto- und Handykäufen. Die Konsumausgaben der Verbraucher stehen für rund zwei Drittel des BIP.

Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi sagte, schlechtes Wetter habe den privaten Konsum belastet. Zwischen Juli und September war Japan von Wirbelstürmen heimgesucht worden. "Ich sehe im Durchschnitt eine Verbesserung der Lage", so Motegi. "Da sich der Arbeitsmarkt recht gut entwickelt, dürften die Verbraucherausgaben künftig wieder anziehen", sagte Ökonom Hidenobu Tokuda vom Mizuho Research Institute.

"An unserer Prognose, wonach sich die Wirtschaft moderat erholen wird, ändert sich nichts", sagte Wirtschaftsminister Motegi. "Wir müssen aus dem Aufschwung einen dauerhaften machen, indem wir mit Reformen fortfahren, die die Produktivität Japans erhöhen." Es wird erwartet, dass die Regierung noch in diesem Jahr ein Maßnahmenpaket vorstellt, dass beispielsweise eine verbesserte Ausbildung beinhalten könnte.

Derweil steigt die Inflation nur sehr langsam und ist immer noch weit vom Ziel der Notenbank von zwei Prozent entfernt. In jüngster Zeit hatten ein schwächerer Yen und eine stärkere Dynamik in wichtigen Auslandsmärkten wie China und den USA die Gewinne der japanischen Unternehmen auf Rekordhöhen steigen lassen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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