Wirtschaft

Studie des IW Köln Jede dritte Familie in Großstädten hat zu kleine Wohnung

385753415.jpg

Wegen hoher Mieten können sich Familien einen Umzug oft nicht leisten.

(Foto: picture alliance / Schoening)

In deutschen Städten wird der Wohnraum immer knapper: Jede dritte Familie wohnt in beengten Verhältnissen, auch Menschen mit Migrationshintergrund sind stark betroffen. Lösungsansätze gibt es zwar, doch die haben derzeit "nur in der Theorie" Potenzial, so das Institut der deutschen Wirtschaft.

Jede dritte Familie in deutschen Großstädten wohnt in einer zu kleinen Wohnung. Zu dieser Erkenntnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), das eine entsprechende Studie veröffentlichte. Besonders betroffen sind auch Menschen mit Migrationshintergrund: Ein Fünftel von ihnen wohnt demnach beengt.

Insgesamt leben in deutschen Großstädten etwa sechs Prozent der Mieterhaushalte in beengten Verhältnissen - also in Wohnungen mit weniger Räumen als Bewohnerinnen und Bewohnern. Auf der anderen Seite der Skala wohnen ebenfalls sechs Prozent in großzügigen Wohnungen: Das ist der Fall, wenn die Zahl der Räume die der Bewohnenden um drei übertrifft, also etwa ein Single in einer Vier-Zimmer-Wohnung.

Mehr zum Thema

Familien könnten sich wegen der hohen Mieten oft einen Umzug nicht leisten, außerdem zögen Studierende immer später von Zuhause aus, erklärte das IW die Trends. In großzügigen Wohnungen wohnen demnach vor allem ältere Bestandsmieter. Das Tauschpotenzial der großen gegen die kleinen Wohnungen zeige sich "nur in der Theorie", gab das Institut zu bedenken. Denn für viele Bestandsmieterinnen und Bestandsmieter mit Altverträgen sei es schlicht günstiger, in einer größeren Wohnung zu bleiben, als in eine kleinere Wohnung mit teurerem Neuvertrag umzuziehen.

Das Institut appellierte an die Politik, ihren Teil dazu beizutragen, "den Wohnungsbestand in Deutschland besser zu nutzen". Die Bereitschaft, sich zu verkleinern, könne etwa "durch Umzugshilfen und Unterstützungen bei der Wohnungssuche weiter gesteigert werden". Das IW forderte zudem Maßnahmen, die etwa Dachausbauten, Aufstockungen oder die Schaffung von Einliegerwohnungen erleichtern.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen